Zwei Beiträge zum
Streitfall Rintelner Steinanger
1. Beitrag dazu:
(Dieser Beitrag erschien mit ähnlichem Wortlaut als Leserbrief
am
23.12.2006 in der "Schaumburger Zeitung", Rinteln)
Eine Rintelner
Schweinerei im Dezember 2006
- Der Mammon regiert über den Steinanger -
Der Stadtrat will
den Rintelnern
ihren angestammten Besitz,
den Steinanger, wegnehmen, damit einige Krösusse
sich weser-
nahe und innenstadtnahe
Villen hinsetzen lassen können.
Rintelner
Kommunalpolitiker wollen den historischen Hort der Bürgerschaft,
den Steinanger
an der Weser, bebauen lassen. Es handelt sich um die
Vertreter
von SPD und CDU im Verein mit der Abgeordneten der Grünen.
Sie sind damit den Interessen der geldgierigen Rintelner Sparkasse
und
der
Volksbank sowie den Interessen von
Baulöwen und Geldleuten hörig!
Die Vorstände von Sparkasse und Volksbank hatten schon
früh eine
Verscherbelung
und Bebauung des Steinangers ins Gespräch gebracht, um durch die
Vermarktung der
Grundstücke Gewinn zu erzielen. Rücksichtnahmen auf die Interessen der
Gesamtheit
der Rintelner oder
emotionale Gesichtspunkte liegen diesen Herren fern.
Als ergänzende Motivation entblödete Herr Schorling, Direktor
der
Volksbank,
sich
nicht, im März 2006 öffentlich zu äußern, daß er die Sportplätze auf
dem Steinanger
weghaben wolle,
weil sie seinem fußballspielenden Sohn nicht mehr zusagen.
Sogar subjektive familiäre Gründe
setzt hier also ein Bankmensch ein, um auf Kosten
der Rintelner Allgemeinheit Geschäfte zu machen! (s. Bericht über die
Vertreterver-
sammlung der Volksbank in der "Schaumburger Zeitung" vom 2.3.2006)
Die Herrschaften können sich offenbar nicht
vorstellen,
daß viele Rintelner an
dem Gelände hängen, weil es mit ihrer Kindheit
und Jugend eng verknüpft ist.
Ganze Generationen haben schon als
Kinder auf dem Steinanger in der
Fußball-
mannschaft gespielt oder sind mit ihren Lehrern, den
verschiedenen Johnnies, Kluges,
Brückners - oder wie sie alle
hießen - viele Male zum
Schulsport auf den
Steinanger
getrabt. Und jetzt kommen irgendwelche zugezogenen Bankdirektoren und
wollen zum
Zwecke ihrer Gewinnmaximierung über ein öffentliches Gelände verfügen,
das vielen
Rintelnern ans Herz gewachsen ist.
Enttäuschend auch Herr Frühmark, Stadtratsmitglied der CDU,
Rintelner Rechts-
anwalt, Kanzlei gleich neben Herrn Schorlings Volksbank. Wer
hätte das
gedacht
von einem, den man einmal zum Rintelner Bürgermeister wählen wollte,
daß er so
leichtfertig öffentliches Rintelner Eigentum verscherbeln lassen will.
Die meisten Politiker von CDU, SPD und Grünen sind offenbar
in ihren
Gemütern schon so ökonomisiert, daß sie empfindungslos
den
gewinnsüchtigen Bankmenschen hinterherrennen wollen.
Außerdem scheinen bei einigen auch private
egoistische Gründe bzw.
private Gefälligkeiten mit im Spiel zu sein.
Solchen Volksvertretern
kann man seine Stimme nicht mehr geben bei künftigen Wahlen.
Auch am Verstand dieser
Politiker kann man zweifeln, wenn sie behaupten,
sie wollten Bauland
für junge Familien durch die Bebauung des Steinangers
schaffen. Naiver geht es wohl
nicht, es sei denn, es handelt sich bei
dieser Behauptung nur um eine Manipulation der
Öffentlichkeit, um diese
für ihre schändlichen Pläne zu gewinnen.
Denn, welche junge Familie wird ein so teueres Bauland denn kaufen
können?
Denn teuer wird es in dieser erstklassigen innenstadtnahen und
wesernahen Lage
verkauft
werden. Also werden die Reichen beim Steinanger-Bauland zum Zuge
kommen: Reiche alte Knacker!
Nur die Stadtratsmitglieder der Rintelner Wählerinitiative
WGS
sind gegen die Steinangerbebauung!
Die Rintelner Stadtratsmitglieder von SPD/CDU/Grüne
jedoch
erweisen sich als kniefällige Knechte wirtschaftlicher Interessen
und als blinde
Verwertungsaktivisten.
Schande über
diese Mehrheit der Stadtratsmitglieder, die den Bürgern
diese große Frei- und Sportfläche wegnehmen wollen, die der Rintelner
Bürgerschaft dereinst als fürstliches Geschenk gewidmet
wurde!
Dezember 2006
2. Beitrag dazu:
Das Forum der "Schaumburger
Zeitung"(SZ), Rinteln,
zur Steinangerbebauung am 30. Januar 2007
Die SZ
hatte in das Hotel "Stadt Kassel" in Rinteln eingeladen.
Der Saal war
proppenvoll.
Vorne
am Podium saßen nur Chargen der Befürworter:
Der Bürgermeister Buchholz, rechts die Fraktionsvorsitzenden von
SPD =
Herr Wißmann,
von CDU = Herr Lemmermann.
Links vom Bürgermeister die Rintelner Bankdirektoren Herr
Schorling(Volksbank)
und Herr Klußmeier (Sparkasse), weiter der Vorsitzende des
Sportclub-Fördervereins
und ein
Vertreter der Anwohner des Steinangers.
Die Leitung der Podiumsdiskussion hatte der Chefredakteur der SZ, Herr
Werner.
Herr Werner sagte sogleich,
seine Zeitung sei für die Bebauung. ---
Ganz klar:
Er erhofft sich durch eine Bebaung mehr Abonnenten für seine
Zeitung.
Der Bürgermeister sagte,
er sei ganz entschieden für die Bebauung, man könne
ihn ja einen Banausen nennen
aber mit historischen usw. Gesichtspunkten könne
er nichts anfangen. Vielleicht ist er
ein Banause, darüber will ich mich des Urteils
hier enthalten. Er
ist eben Möllenbecker,
da sieht
man nur das Materielle.
Von den Möllenbecker politischen Figuren ist nichts anderes zu erwarten,
eine Tatsache, die man immer wieder beobachten kann. Es muß am dortigen
leicht feuchten Mikroklima liegen
Der Sparkassendirektor Herr
Klußmeier rügte, daß Herr von Blomberg, einer
der Anführer der Bürgerinitiative
gegen die Steinangerbebauung auf deren
Internetseite
einen Leserbrief veröffentlicht hat, in dem die Bankdirektoren
als
"irgendwelche
hergelaufenen Bankdirektoren" bezeichnet werden.
Nun, das hat er davon, wenn er als Zugezogener von
der Unterweser es
darauf anlegt, daß öffentliches Rintelner Eigentum verscherbelt
wird,
was viele alteingesessene Rintelner nicht wollen.
Herr Klußmeier bestritt, daß die Kreditinstitute
auf Gewinnmaximierung
aus seinen. Das
sei "Quatsch" tönte er.
Da sollte er einmal nicht so tun: Denn es ist doch garnicht von der
Hand zu weisen,
daß die Bankdirektoren durch die Steinangerbebauung Gewinne
machen wollen,
sie sind ja
schließlich keine Sozialinstitute.
Herr Schorling, Volksbankdirektor in
Rinteln, glaubte vom Erfolg eines Baugebiets
in Bad Nenndorf auf
einen Erfolg auch in Rinteln schließen zu dürfen.
Dabei unterschlug er, daß Bad
Nenndorf viel leichter Bebauungsklientel von Hannover
anzieht, wegen
der geringen Entfernung zu den Arbeitsstellen in Hannover.
Eher mit unklarer Haltung sind:
Die Sportler wollen vor allem
bessere
Bedingungen, ob auf dem Steinanger mit
seinem Sportplatz oder woanders,
erscheint zweitrangig.
Die Anwohner haben keine
einheitliche
Meinung.
Die Befürworter der Bebauung:
Sie rekrutieren sich stark aus der
Rintelner Geschäftswelt der Innenstadt.
Sie erhoffen sich
Umsatzzuwächse, wenn innenstadtnahe 80 - 120
Wohneinheiten
auf dem Steinanger
entstehen.
Ob da große
Umsatzzuwächse entstehen, ist aber zweifelhaft, denn die Leute
setzen
sich ins Auto und fahren zum nicht
weit entfernten "Marktkauf" und zu anderen
Rintelner Verbrauchermärkten. Wenn alte
Menschen zum Steinanger ziehen, so
haben die einen eher reduzierten
Verbrauch und junge besitzen nicht viel Geld,
wenn sie dort gerade gebaut haben;
außerdem kaufen sie heutzutage
oft über den
Internet-Versandhandel.
Außerdem: Den großen
kostenlosen günstig zur Innenstadt gelegenen
Parkplatz am Steinanger gäbe es dann
nicht mehr und dadurch werden
auch Kundenverluste entstehen.
Mit einer
Steinanger-Bebauung sind darüberhinaus vielfältige
andere
Interessen
und
Begehrlichkeiten verbunden, die aber nicht
angesprochen wurden:
- Rintelner
Geschäftsleute erhoffen sich Gewinne (s.o.)
- Volksbank und
Sparkasse erhoffen sich Gewinne, wenn sie die
Grundstücke verscherbeln dürfen
- die Schaumburger Zeitung
erhofft sich neue Leser und nimmt Rücksicht auf die
Interessen der Rintelner Banken und andere
Anzeigenkunden
- Anwälte/Notare erhoffen
sich Einnahmen durch die abzuschließenden
Kaufverträge und Grundbucheintragungen
- wohlhabende
Rintelner, die z.B. teils schon am Blumenwall oder in der Nordstadt
wohnen, erhoffen sich, ein Grundstück am Steinanger
für ihre Kinder
zu erwerben
- mehrere gutsituierte
Hausbesitzer in der Rintelner Nordstadt haben
geäußert, sie seien für die Steinangerbebauung, weil
sie am Steinanger
für sich ein neues Haus bauen lassen wollen
- Bürgermeister, SPD,
CDU, FDP und Grüne wollen die Interessen von
Geschäftsleuten, Bankdirektoren, Architekten,
Bauunternehmern, Anwälten
bedienen, denn Gefälligkeiten spielen in der
Rintelner Kommunalpolitik eine
wichtige Rolle
- der Volksbank z.B.
sich verbunden fühlende Personen, wollen - indem sie sich für
eine
Steinangerbebauung einsetzen - sich dem Volksbankdirektor
gefällig erweisen
Diese
Interessen sind ja verständlich, aber sie müssen nicht
unbedingt durch
ein Baugebiet am Steinanger befriedigt werden. Es lassen sich
schließlich noch
andere Baugebiete in Rinteln und seinen
Ortsteilen finden.
Unter den Gegnern einer Bebauung sind .
. .
- Hausbesitzer, die Konkurrenz zu ihren Mietwohnungen
in der Altstadt fürchten.
- Herr
Evers, einer der Gründer der Bürgerinitiative
rügte, daß
heute vielfach
leichtfertig öffentliches Eigentum
verscherbelt
würde.
- Ein alter
Hausbesitzer aus der
Bäckerstraße in der Altstadt rügte
die
Prognosen, auf welche sich die obengenannten Verfechter einer
Bebauung
verlassen. Es hätte sich gezeigt, daß Prognosen häufig
falsch seien.
- alte Rintelner, die mit dem Gelände sich aus ihrer
Jugend verbunden fühlen
______________________________________________________________
Es war mir schon vorher klar, eine
Diskussion des Vorhabens bringt nichts,
denn auf der einen Seite sind
die Befürworter um jeden Preis.
Und auf der anderen Seite
sind die
Gegner der Bebauung.
Da kann es keinen Kompromiß geben.
Darum habe ich gezögert, die Versammlung zu besuchen,
ging dann
aber doch hin, um einmal die verschiedenen Interessen
der Verfechter einer Bebauung noch genauer kennenzulernen
3.2.2007
Zurück zur Rinteln-Hauptseite