Die Hirschkuppe

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               Die Hirschkuppe und der Steinberger Passvon Osten gesehen, von der Steinberger
                             "Liegewiese" am Westhang des Messingbergs,
August 2006

                              Links hinten sieht man die Luhdener Klippen. Der Gipfel der Hirschkuppe ist links
                                 im Vordergrund  und der große Wasserbehälter, unsichtbar im Wald, liegt ganz rechts.
                                 Der breite Südosthang auf dem Foto war im April 1945 Schauplatz der erbitterten
                                 Kämpfe mit den amerikanischen Soldaten(s.u.)! In der Mitte am linken Rand des
                                 Photos ist auch noch der Nordhang des "Butzenbergs" zu erkennen.

Hinweis:
 
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                                     Inhaltsverzeichnis
                   1.  Die Lage des Bergs
                2.  Topographie des Bergs
                   3.  Einige ältere Photos
                   4.  Die Vorberge
                           4.1
Der Schweineberg
                                4.2 
Der Butzenberg
                   5.
Aufgelassene alte Steinbrüche
                           5.1 
Auf dem Butzenberg
                               
5.2  An der Pechrinne
                                5.3  Auf dem Schweineberg
                                5.4  Am Steinberger Paß(B 83)
                        6. Geschichte
                                        6.1   Alte Grenzsteine
                                6.2  Beobachtungen u. Erlebnisse von Zeitzeugen
                                       6.2.1  
Der verheerende Orkan 1940/41
                                       6.2.2   Holz für Panzersperren
                                       6.2.3   Die verlustreichen Kämpfe um die Hirschkuppe 1945
                                       6.2.4   Nahkämpfe auf der Hirschkuppe
                                       6.2.5   Skilehrer Sepp Hoerlein gräbt sich vor den Amerikanern ein
                                       6.2.6   Amerikaner beschlagnahmen die Pensionshäuser
                                       6.2.7   Motorradrennen der Engländer an der Hirschkuppe
                                       6.2.8   Manöver usw. der Engländer
                                       6.2.9   Schießübungen der Besatzungssoldaten im Wald
                                       6.2.10 Stubbenroder und Himbeerpflücker in der armen Nachkriegszeit 1945-47
                                       6.2.11 Die Felsenhöhle an der Hirschkuppe
                                       6.2.12 Die verschwundenen Sitzbänke
                                       6.2.13 Die Wasserführung der Pechrinne
                               6.3
   Alte Wege
                   7.
Orkan "Kyrill" 2007 und die gefallenen Zwillingsbuchen am Waldrand
                8.
Flora und Fauna
                               8.1  Bäume
                               8.2  Pflanzen
                               8.3  Tiere
                               8.4  Säugetiere
                               8.5  Vögel
                   9.
Der Waldbesitzer            
            
                        

Die Lage des Berges

Die Hirschkuppe liegt in der Wesergebirgskette zwischen den Bergen Luhdener Klippen
und Messingberg.
Sie ist der Berg westlich des Steinberger Passes, des Arensburger Parks
und der Arensburg. Neben dem Messingberg ist die Hirschkuppe der zweite Hausberg
Steinbergens. Auf alten Landkarten wird der Berg auch Arensberg genannt.
           


Die Topographie des Berges


Von den Luhdener Klippen ist die Hirschkuppe getrennt durch
den hochgelegenen Hirschkuppen-Paß, über den nur ein Holzabfuhr-
und Wanderweg führt.
Der Weg über diesen Paß umrundet die
Luhdener Klippen bzw. mündet mit einer kurzen Abzweigung nördlich
in die BAB-Anschlußstelle der A2 nach Hannover.

Vom Messingberg ist die Hirschkuppe getrennt durch den niedrigen
Steinberger Paß, den bequemsten Paß des Wesergebirges

mit der B 65 und der Landstraße ins Auetal und nach Obernkirchen.
Mitten in diesem Steinberger Paß liegen der Arensburger Park und
auf einem kleinen Bergkofel die Arensburg.

Das Waldgebiet des Arensburger Parks kann man der Hirschkuppe
zurechnen. Die Rehe, die man dort manchmal antrifft, wechseln von
der Hirschkuppe hinüber.

Seinen höchsten Punkt erreicht die Hirschkuppe im Westen mit 250 m,
dicht am hochgelegenen Paß zwischen Luhdener Klippen und der Hirsch-
kuppe (
"Hirschkuppenpaß").

Der Berg flacht sich von der höchsten Stelle auf dem Kammweg sachte nach
Osten hin, also zum Steinberger Paß hin, ab bis zum großen Wasserbehälter
der Bückeburger Stadtwerke. Östlich hinter dem Wassebehälter ist er steil.

Im Westen gibt es einen kurzen mäßig steilen Anstieg zur Spitze des Berges.

Zwei schräge Felsbänder umrunden den Gipfel auf der
Südwestseite. Die Felswände darauf sind nur ca.  3 bzw. 7 m  hoch.




Für ältere Photos von der Hirchkuppe, bitte hier klicken!


Zwei Vorberge
Der Hirschkuppe vorgelagert sind zwei Vorberge:

1. der Schweineberg:
Der südwestliche ist 200 m hoch und heißt Schweineberg.  Er ist bei den Wildschweinen
besonders beliebt, denn den schmalen Pfad über seinen Kamm durchwühlen sie mehrmals
im Jahr.

Zwischen dem Schweineberg und der Hirschkuppe liegt das enge Tal der Pechrinne
(von Beekrinne, also Bachrinne) in dem ein Forstweg am Nordhang des Schweinebergs
hinaufführt. Nur bei heftigen Wolkenbrüchen und zur Zeit der Schneeschmelze führt die
Pechrinne Wasser. Früher, als das Tal nach einem verheerenden Sturm Anfang der
1940-er weitgehend baumlos war, fand sich mehr Wasser.

Zwei kleine Tümpel im mittleren Teil der Pechrinne weisen zur Freude der Tiere ständig
Wasser auf.


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            Die Hirschkuppe von Süden gesehen, von den Feldern am Fuchsort, August 2006

            Links davor der Schweineberg, dann der Taleinschnitt der Pechrinne
                                    und rechts der Butzenberg



2. der Butzenberg:
Der zweite Vorberg beginnt unmittelbar westlich des Steinberger Bahnhofs, oberhalb der
ehemaligen "Villa Schütte" und Auto-Krömers ehemaliger "Charly-Bar" an der B238.
Er ist 160 m hoch, wird  Butzenberg genannt, weil die Dorfkinder dort früher in den
Schonungen gerne Baum- und Erdbutzen bauten. Der Butzenberg zieht sich nordöstlich
der Pechrinne hin und unterhalb des Gipfelhangs der Hirschkuppe.



Vier ehemalige Steinbrüche an der Hirschkuppe

Im östlichen Teil des Butzenberges findet man rechts des Kammweges, wenn man vom
Steinberger Bahnhof aus die B238(Rintelner Straße) überquert und danach den Waldweg
rechts ca. 150 m hinaufgeht ein kleines Steinbruchloch (ca. 10 x 15 m) aus alten Zeiten,
von dem  man im wesentlichen nur noch eine Kuhle im Wald sehen kann:

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               Alte Steinbruchkuhle auf dem Kamm des Butzenbergs bei Steinbergen (18.2.7)


Geht man diesen Waldweg weiter, so sieht man nach etwa 400 m auch links
vom Weg oberhalb des Tals der Pechrinne ein winziges Loch(ca. 6 x 12 m)
eines solchen vormaligen Steinbruchs der Landbevölkerung:


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                           Kleiner ehemaliger Steinbruch, oberhalb der Pechrinne   (16.2.7)


Einen dritten solchen kleinen, sehr flachen ehemaligen Steinbruch findet
 man auch auf dem Gipfel des Schweinebergs, rechts vom Weg(von Steinbergen
 aus gesehen):


   
                        Kleiner ehemaliger Steinbruch auf  dem Schweineberg
                                         (Ansicht von Osten/Steinbergen aus, August 2006)

    Alle geschilderten kleinen Steinbruchkuhlen waren in den 1940-er bis
  1950-er Jahren, als sie noch nicht durch Bäume beschattet waren,
  bekannt für die Walderdbeeren, die dort wuchsen
.

Von Bad Eilsen kommend war im Steinberger Paß auf Höhe der Arensburg 
rechts von der B83 früher der Zuweg zu einem wesentlich größerem Steinbruch
.
Heute ist dieser Eingangsweg durch die Verbreiterung der B83 zugeschüttet.
Der Eingangsweg zum Steinbruch lag früher nur wenig höher als das Straßenniveau.
Später häufte man einen ca. 12 m hohen Erdwall aus der Straßenverbreiterung der B83
im Eingangsbereich auf, sodaß der alte Steinbruch von der B 83 her gesehen
kaum noch zu erkennen ist:



    
   Alter Steinbruch an der B 83 im Arensburger Paß vom Hang der
   Hirschkuppe aus gesehen (unten rechts im Bild kann man schwach
   das große Verkehrsschild für die Autobahn erkennen)
             (18.2.7)


       
         Derselbe Steinbruch von unten aus der  Richtung der  B 83 gesehen (18.2.7)
                               

Steigt man über den durch den Straßenbau verursachten Erdwall vom Weg aus, wo
vorne jahrelang der Prostituiertenwagen stand, so gelangt man auch heute in dieses
alte Steinbruchsloch vom Anfang des 20. Jhd. Rechts in der Felswand ist hinter einer
Eisentür noch die ehemalige Sprengstoffkammer zu sehen, die früher wesentlich höher
in der Felswand lag:



      
     Ehemalige Sprengstoffkammer im alten Steinbruch an der B 83 im
    Arensburger Paß
                                                                                (18.2.7)

Früher brüteten manchmal Enten von den Arensburger Teichen in
diesem damals am Anfang von schönen hohen Fichten flankierten
künstlichen Kessel des Steinbruchs an der B 83
.

Geschichtliche Besonderheiten

Zwischen der Hirschkuppe und den Luhdener Klippen verläuft der alte "Abtspfad"
vom Wesertal nach Obernkirchen; ein Forstweg, halb zugewachsen, folgt heute seinem
Verlauf über den "Hirschkuppenpaß". Rechts vom Abtspfad steht an einer bestimmten
Stelle ein großer oben halbkreisförmig abgerundeter Grenzstein (lokales geschütztes
Bodendenkmal!): auf der Ostseite(der Steinbergen zugewandten Seite) ist eingemeißelt
von oben nach unten: II , H . L , I79I , auf der anderen, der westlichen Seite befinden
sich zwei Einschußlöcher von offenbar Gewehrkugeln. Über diesen Paß verlief  die
Grenze zwischen der alten hessischen "Grafschaft Schaumburg" (westlich) und dem
Steinberger Zipfel des hier ins Wesertal reichenden "Fürstentums Schaumburg-Lippe":


                                  


Ein gleicher Grenzstein, mit denselben eingemeißelten Daten befindet
sich in der Nähe des Hermann Opitz-Wegs(s. das folgende Photo).
Dieser trägt jedoch die Nr. III. Also wird es auch einen mit der Nr. I
gegeben haben, der sich wahrscheinlich nördlich der vorhandenen zwei
befunden hat. Dieser wurde trotz eingehender Suche aber nicht gefunden,
wahrscheinlich ist er nicht mehr vorhanden.

                                


Ein weiterer historischer Grenzstein steht unten zwischen Schweineberg und dem Vorberg
"Steinberg" der Luhdener Klippen in der Nähe des Waldrandes des Rintelner Felds.
Auf der Westseite zeigt er auf einem Wappenschild: links oben das Schaumburger
Nesselblatt und rechts daneben einen auf den Hinterbeinen stehenden nach links
blickenden Löwen:


                                           


Beobachtungen und Erlebnisse von Zeitzeugen

Im folgenden wurden alle Beobachtungen und Erlebnisse von Zeitzeugen gesammelt,
die der Verfasser noch erhalten konnte:


          Auf den Hängen des Schweinebergs sind auch nach ca. 65 Jahren immer
          noch die Windwürfe der entwurzelten Bäume erkennbar, die bei einem
          verheerenden Sturm Anfang der 1940-er umfielen.
Im Winter 1944/45 erfolgte die Fällung des vormaligen Fichtenwalds am
südwestlichen Hang der Hirschkuppe
unter Leitung des örtlichen Förster Reinhard;
die im Dorf verbliebenen alten Männer mußten das erledigen und die Stämme
mit Pferdefuhrwerken abtransportieren zum Bau von Panzersperren z.B. auf der
Straße durch den Wald im Fuchsort nach Rinteln(heute die fast verschwundene
alte B238 neben der neuen Umgehungsstraße Rintelns).
Auf dem östlichen Teil der Hirschkuppe und am Steinberger Paß entbrannten
zwischen dem 8. und 11. April 1945 heftige Kämpfe zwischen fanatischen
jungen SS-Soldaten und Einheiten der 5. US-Panzerdivision, sowie der
102. US-Infanteriedivision. Vorher wurden der Arensburger Paß und auch Steinbergen
einen Tag lang durch amerikanischer Artillerie von jenseits der Weser aus beschossen.
Mehrere Häuser in Steinbergen wurden zerstört oder brannten ab. Es gab Tote und
Verletzte unter der Zivilbevölkerung. Ein Volltreffer traf auch den Kirchturm, in
dem ein deutscher Beobachtungsposten saß! Am Mittag des 8. April waren
die Amerikaner schon in Bad Eilsen. An der Hirschkuppe jedoch wurde
noch drei Tage lang geschossen.
Auf der Strecke blieben drei abgeschossene
amerikanische Panzer an der heutigen B 83 zwischen Kreuzung und der Autobahn-
brücke, wenigstens 19 gefallene deutsche Soldaten, sowie eine unbekannte Zahl
gefallener amerikanischer Soldaten.  Die alten Männer aus Steinbergen wurden
anschließend von den Besatzungstruppen zum Abtransport der Leichen von der
Hirschkuppe kommandiert.

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Der Osthang der Hirschkuppe, wo es Anfang April 1945 die verlustreichen Kämpfe
zwischen fanatisierten jungen deutschen Soldaten und den Amerikanern gab.  (24.3.10)

Der Hang liegt links der B83, zwischen der großen Steinberger Kreuzung und der
Autobahnauffahrt der A2 !

Auf der Hirschkuppe westlich des Wasserbehälters hatte es verlustreiche
Nahkämpfe
gegeben. Noch Jahre später fand man im Stangenholz dort
Stahlhelme mit Einschußloch. Oben am Südosthang sind auch heute noch
bei genauem Hinsehen Schützenlöcher zu erkennen.


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        Hirschkuppe mit Autobahn und Arensburg (ca. 1950).  Der Blick geht
      auf den Südosthang und die Gegend des Wasserbehälters rechts oben
      (bei den hellen Stellen), wo Anfang April 1945 die mörderischen
      Nahkämpfe zwischen deutschen und amerikanischen Sodaten waren.



Am westlichen Steilhang des Vorbergs Butzenberg dicht am Waldrandweg
gleich rechts vorm Beginn des Pechrinnentals war nach dem Krieg ein
schräges Erdloch
, ein mit Baumstämmen abgedeckter
Schutzunterstand
(
vor Granatbeschuß!) des Skilehrers und Ölmalers Sepp
Hoerlein
, der im damaligen Hause der Familie Harmening an der heutigen
Straße "An der Hirschkuppe" wohnte, dem vorletzten Haus links vorm Waldrand
an der Straße "An der Hirschkuppe". Als er daran herumwerkelte wäre er
fast von zwei amerikanischen Soldaten erschossen worden, die inzwischen
Steinbergen erobert und den schwerhörigen Hoerlein vergeblich
gerufen hatten("Stand and deliver!").  Das Erdloch ist immer noch als schwache
Vertiefung unten am Hang dicht oberhalb des Waldrandweges erkennbar.  ---
Der arme Hörlein starb wenig später an Fischvergiftung, da er
die von seiner Frau aus Bremen geschickten Bücklinge zu lange
unter dem Bett in seinem Zimmer im Obergeschoss des
Harmeningschen Hauses  aufbewahrt hatte. Im Gedächtnis mancher
Dorfbewohnern ist er noch vorhanden als Skilehrer der Steinberger Jugend
am Hang der Liegewiese am Messingberg, sowie durch seine Ölbilder
mit Alpenmotiven
(einsame Bergbauernhöfe, schroffe Felsenberge und
Alpenblumenbilder) im Tausch gegen Naturalien in den Hungerjahren
der Kriegs- und unmittelbaren Nachkriegszeit.
Oberhalb des damaligen Hauses Spier(heute das Eckhaus der Straßen
"Am Kehlbrink" und "An der Hirschkuppe" ) legten die Amerikaner ,
welche fast alle damaligen Pensionshäuser am Waldrand beschlagnahmt
hatten, im April 1945 in der Kiefernschonung am Südhang des Butzenberg
einen Scheißgraben
an, der durch Zeltbahnen abgeteilt war.
An einer länglichen Vertiefung ist er im Unterholz noch zu erkennen
(Anfang 2007).
Im Winter 1945/46 oder Frühjahr 1946  veranstalteten die britischen
Besatzungstruppen,
die nach Abzug der Amerikaner eingerückt waren
bei schneelosem trockenem Wetter vom Waldrand am Talausgang der
Pechrinne aus den steilen Berghang hinauf und weiter unterhalb des
Südwesthangs der Hirschkuppe entlang zum Hirschkuppenpaß
hinauf ein Motorradrennen entlang weißer Markierungsbänder.
Damals standen am nördlichen Hang der Pechrinne noch hohe Buchen.
Am Talausgang hatte sich auch einmal ein britischer LKW im Wald in der
Pechrinne im weichen feuchten Boden so festgefahren, daß er nur mit
Mühe wieder herausgezogen werden konnte. Am Fuß des Südwesthangs
kampierten früher(bis ca. 1975), als das kleine Plateau oberhalb des
Pechrinnentals noch nicht zugewachsen war, gerne in der wärmeren
Jahreszeit Zelttouristen und britische Manövertruppen.


An der Wegekreuzung auf dem Hirschkuppenpaß stand bis
ca. 1975 ein großer Wegweiser aus Eisenrohr mit Richtungsschildern oben,
er war von Gewehrkugeln durchlöchert, wahrscheinlich von Zielübungen
britischer Besatzungssoldaten aus Steinbergen.

In den ersten Nachkriegjahren gab es Stubbenroder(Brennholz!)* im Wald, links vom
Weg über/hinter dem Hirschkuppenpass. Dort, wo sich der Weg zur Autobahn hin senkt,
wurden damals auch einmal Stubben mit Sprengstoff gesprengt; damals gab es einige Jahre
lang auch große reichtragende Himbeersträucher dort am Weg, die von Dorfbewohnern
abgeerntet wurden. Im Herbst wurden auch immer Bucheckern gesammelt, aus denen
Speiseöl gemacht wurde.
* Stubben sind die stehengebliebenen Stümpfe und dicken Wurzeln von gefällten Bäumen!

Kurz südöstlich unterhalb der Gipfelplatte befand sich in der heute fast
vergangenen Fichtenschonung noch in den 1950-ern eine kleine flache
Felshöhle
, einstmals öfter kindlicher Spielort, die inzwischen eingestürzt ist.

Auf der Spitze des Gipfels stand eine alte Holzbank ohne Lehne auf  zwei
Steinpfeilern, die irgendwann ca. in den 1990-ern von "Vandalen" zerstört wurde.

Am Weg zum Schweineberg gab es zwei verschwundene Sitzbänke, von denen
die steinernen Sockel halbversteckt teilweise noch vorhanden sind.

Am Talausgang der Pechrinne legte der Sohn des damaligen Dorfzahnarztes
in den 1980-ern als umweltbewußter Gymnasiast einen kleinen Wassertümpel
durch Aufstauen der damals noch bisweilen dort wasserführenden Pechrinne an.
Heute ist dieses ehemalige kleine Biotop kaum noch erkennbar.
Heute führt die Pechrinne nur noch im oberen Teil, wo sich auch zwei
kleine Aufstauungen befinden, über längere Zeiträume ein wenig Wasser!

Die Pechrinne hatte noch in den 1950-ern meist bei der  Schnee-
schmelze und nach sommerlichen Gewittergüssen soviel Wasser, daß
sie neben(südlich) den Grundstücken des D.(diesen Namen zu nennen,
ist verboten!) bzw. damals Harmening auf dem damaligen Gottschalk-
schen Grundstück dicht an der Grenze zu D. und Harmening hinunter-
strömte und unten an der heutigen Straße "An der Hirschkuppe" auf dem
Gottschalk-Grundstück durch ein Gitter in die Kanalisation floß bzw.
bei besonders starker Wasserführung auch die Straße hinunterfloß.
Der quer zum Grundstück des D. am Waldrand befindliche 50 cm
tiefe Auffanggraben
wurde durch Nachlässigkeit bzw. Unkenntnis
der Erbauer der zwei großen unterirdischen Wasserleitungen(parallel
dicht am Waldrand) bzw. des Besitzers D. des angrenzenden Wald-
randgrundstücks(heute dort ein häßlicher vegetationsloser Pferde-
pferch) seit Jahren zugeloddert!
Kommt es doch einmal dann und wann zu größerer Wasserführung
der Pechrinne, so strömt das Wasser in breitem Strom über den
nackten Pferdepferch. Sollte sich die allgemeine Wetterlage oder
die Waldvegetation ändern, so wird die Pechrinne wieder mehr
Wasser führen.

Anfang der 1940-er Jahre hatte es  -  wie gesagt  -  schon einmal
einen verheerenden Sturm gegeben, der an der Hirschkuppe und dem
vorgelagerten Schweineberg sehr viele Bäume umwarf.
Das Orkantief "Kyrill", das in der dritten Januarwoche 2007
über Europa hinwegfegte, war da im Bereich des Wesergebirges weit gnädiger.
In Steinbergen warf  der Sturm aber immerhin leider die beiden mächtigen
schönen Zwillingsbuchen am Waldrand oberhalb der Straße
"An der Hirschkuppe"
um, von denen ein Baum am 18.2.7
bedauernswerterweise auf das Haus des Dorfarztes fiel:

                                                                                     
                   
Das ehemalige Wohn- und Pensionshaus des Dorfschullehrers Spier nach dem 18.1.2007 ...                             


           

          ...  und die gefallenen Zwillingsbuchen neben dem Haus (25.1.7)
                                                                                                                                                                                                           


Diese Buchen hätten keinen Schaden anrichten können, hätte der alte Gottschalk
seinerzeit mehr Mut gehabt. Ihm gehörte nämlich einst das ganze Areal links von der
Straße "An der Hirschkuppe" oberhalb von ("Sand-")Möllers Haus "Waldfrieden",
dem heutigen Kinderheim an der Hirschkuppe. Die Buchen standen also dicht
an seiner Grundstücksgrenze und er wollte sie gerne weghaben, das mag in den
1920-er Jahren gewesen sein, aber er traute sich nicht, sie zu fällen, weil er
Angst vor dem Dorfförster hatte.

                            
                                      Die Zwillingsbuchen, als sie noch standen
                                         (Foto von Jan. 1982)

Am Westhang des Schweinebergs, links und rechts vom Hermann Opitz-Weg, sind so
gut wie keine Bäume umgefallen, denn der Orkan kam von Westen, und es ist schwerer
jemanden den Berg hinaufzuwerfen als ihn den Berg hinunterzuschmeißen. Letzteres
geschah auf der Nordostseite des Schweinebergs, also im Tal der Pechrinne, dort
sind sehr viele Bäume entwurzelt
, so daß der breite Holzabfuhr- und Spazierweg
dort bis Sommer 2007 unpassierbar wurde. Auch der schmale Pfad über den Kamm
des Schweinebergs war durch eine Barriere gefallener Bäume versperrt. Aber es
besteht ja jederzeit die Ausweichmöglichkeit, daß man den Hermann Opitz-Weg vom
Steinberger Waldrand zum Rintelner Feld
folgt und 200 m vor dem Bremer Wander-
heim
schräg hinauf zum Vorbergsplatz geht, von wo man dann die Luhdener Klippen
und den Rintelner Klippenturm
erreichen kann.

                                                                                                             

Alte Wege

Durch das Tal der „Pechrinne“ muß früher ein alter Weg von Steinbergen
herauf
geführt haben, denn unterhalb des Passes der Hirschkuppe ist noch
ein Hohlweg erkennbar, der das Bächlein überquert und folgerichtig
sind am Talausgang auch zwei alte Wegspuren erkennbar,
auf der rechten Seite talauswärts.

An der Südostseite des Schweinebergs, in der Nähe des Steinberger
Waldrands in Höhe der Straße "Am Berghang" sind fünf alte den
Schweineberg von der Grafensteinerhöh her bogenförmig erklimmende
alte Wege
zu erkennen.

Daß es mehrere parallele Hohlwege sind, hängt wahrscheinlich damit zusammen,
daß neue Fahrwege entstanden, wenn die alten durch Verkehr und Auswaschung
nicht mehr gut befahrbar waren.

Vom besagten Waldrand führt der "Hermann Opitz-Weg" durch den Wald am
Südhang des Schweinebergs zum Waldrand am Rintelner Feld, wie die alte
Flurbezeichnung der Ackerflächen östlich des Bremer Wanderheims lautet.

Der Hermann Opitz-Weg begann bei "Villa Schütte" oberhalb des Steinberger Bahnhofs
und führte  bis zum Waldkater.

 Das alte Schild mit der Aufschrift "Waldkater - Steinbergen /
 Herm. Opitz Weg
"  wurde 1966/67 als die mächtigen Buchen am Steinberger
Waldrand fielen, von den Holzknechten achtlos weggeworfen.


                                   Partie am Hermann Opitz-Weg

Hermann Opitz(1858-1922) - für eine Lebensbeschreibung bitte hier klicken! 
war ein Rintelner Apotheker und Saftfabrikant(Gründer der Obstkellerei "Pomona")
und einer der ersten Matadore und Vorsitzender des Verschönerungsvereins Rinteln
von 1878 e.V. (VVR)
.

Der Hermann Opitz-Weg war besonders am Steinberger Waldrand mit
vielen schönen Sitzbänken versehen, heute findet man nur noch wenige.

Der VVR hat am Rintelner Feld zwar 2006 eine neue Sitzbank errichten lassen,
aber gleichzeitig in der Nähe eine historische Sitzbank unverständlicherweise
entfernt
und zeigt damit wenig Achtung vor der Vergangenheit. An einer Stelle,
wo viele Rintelner spazierengehen, wäre eine zweite Bank immerhin auch nötig.



                                   Flora und Fauna


Der Baumbestand

Überwiegend wächst Laubwald  auf der Hirschkuppe.
Nur am Hang an der Nordwestseite und der Südwestseite findet man Fichten,
die auch noch in einzelnen Exemplaren an der Südostseite des Gipfels wachsen.

Der Vorberg Schweineberg weist Mischwald auf mit vielen Buchen und Lärchen,
es gibt auch einige Fichtenbestände.
Im Tal der Pechrinne gibt es auch vereinzelt Eschen und Douglasien.

Auf dem Vorberg Butzenberg wächst ebenfalls Mischwald :
an der Nordseite Lärchen und Buchen, am Südhang auch Kiefern und
Fichten und am westlichen Hang Eichen.


Die Blütenpflanzen

Auf den Klippenbändern an der Südwestseite der Hirschkuppe blühen
im Frühjahr hellgelbe Schlüsselblumen

Beiderseits des Kammwegs nach Osten findet man im Frühjahr violetten und
weißen
Lerchensporn, weiße und gelbe Buschwindröschen und Bärlauch.

Längs des Kammwegs auf dem westlichen Vorberg, dem Schweineberg,
findet man das seltene Perlgras, Waldmeister, Hasenklee(Sauerklee oder Oxalis),
das schattenliebende
Wald-Bingelkraut und seit alters Tollkirschenstauden,
die ab August ihre schönen tiefschwarzglänzenden aber giftigen Kirschen zeigen.
Im Frühling wächst hier an einigen Stellen Bärlauch.

Am Steinberger Waldrand findet man im Sommer noch stellenweise das
Europäische Springkraut(Impatiens Noli  me tangere)
mit seinen schönen gelben Blüten. Leider ist es fast völlig verdrängt
worden durch das Kleinblütige Kaukasische Springkraut,
eine Pflanze, die im 19. Jhd. aus einem deutschen botanischen Garten
in die Natur entwichen ist und lebenskräftiger ist als die schönere einheimische Art.
Das Kaukasische Springkraut war 1960 hier noch nicht zu finden,
aber mittlerweile sind die Wälder voll von ihm!

Die ersten Frühblüher am Waldrand oder sonnigen Wegstellen

sind schon im Februar der Huflattich und im März/April das
Scharbockskraut. Ab Mitte April findet man am Waldrand
des Schweinebergs dann auch die weißblühende Große Sternmiere.

Nachdem er für Jahre verschwunden war, findet man im Mai 2007
auch wieder den Roten Fingerhut am Steinberger Waldrand des Schweinebergs.

Am Waldrand findet man auch das Waldgeißblatt, eine weißblühende duftende
Liane und im Frühling versteckt auch Salomonsiegel  sowie den eher seltenen
Dolden-Milchstern.
Auch das Große Hexenkraut und das Johanniskraut
wachsen hier. Des weiteren wächst hier auch ab Juni das gelbblühende Pfennigkraut.

Vom Hochsommer bis in den Herbst blühen im Bereich des Schweinebergs
Kunigundenkraut und Goldrute und versteckt/vereinzelt am Waldrand
die Große Fetthenne und der gelbe Rainfarn.

Der im Juni weißblühende Holunderstrauch hat sich in den letzten Jahren verbreitet.


Das vor Jahren im Bereich der Hirschkuppe und ihrer Vorberge
weitverbreitete Wald-Weidenröschen tritt hier derzeitig nicht mehr auf!



                                         
Die Tiere

1. Säugetiere:

An Tieren kommen vor: am Südhang des Schweinebergs, im Pechrinnental
sowie am Südwesthang und Nordhang der Hirschkuppe Rehe.

Wildschweine erscheinen im Bereich der Hirschkuppe auf dem Schweineberg
 und sogar am Waldrand des Butzenbergs.

Füchse kommen bis an den Waldrand des Schweinebergs oberhalb Steinbergens.

Am Südhang des Schweinebergs sowie auf dem Butzenberg  wenige Hasen.
 

Am Waldrand bei der Straße "Am Berghang" leben Eichhörnchen und Marder.
Auch leben dort noch Siebenschläfer.



2. Vögel:

Mäusebussarde  haben im Bereich der Hirschkuppe ein Revier.

Verbreitet sind Eichelhäher.

Der Waldkauz  kommt vor. Auch Buntspecht und Schwarzspecht .


(Der Grünspecht wurde seit ca. 1980 nicht mehr beobachtet. Da Wiesen
 mit Ameisenhaufen immer seltener in Steinbergen und Umgebung wurden,
 findet er hier keine Nahrungsgrundlage mehr. Auch Elstern halten sich fern.
Auch der Kuckuck und der Pirol . Den charakteristischen Ruf des Pirols
(s. der vorangehende Link!), mit seinem exotischen Dschungelklang konnte
man in den 1950-ger Jahren im Frühsommer hier noch regelmäßig hören,
sein Revier waren besonders der Arensburger Park sowie die angrenzen-
den Wälder am Osthang der Hirschkupppe und auf dem Butzenberg.  

Singvögel (überwiegend am Waldrand) :

Ganzjährig:     Rotkehlchen, Zaunkönig, Buchfink, Kleiber , Kohlmeise ,
                     Blaumeise und natürlich die allgegenwärtigen Amseln
                     (Schwarzdrosseln)
.

Wintergäste:   manchmal  Dompfaffen(Gimpel), seltener Kernbeißer,
                     im Herbst taucht manchmal auch der Girlitz  für kürzere Zeit auf,
                     offenbar auf dem Durchzug.
                     Im Februar 2007 wurden erstmals längerbleibend kleinere
                     Gruppen von osteuropäischen Beutelmeisen gesichtet
                     (weißer Kopf, schwarze Wangen).


Sommergäste:   Ringeltauben *,  Singdrossel , Zilpzalp, Fitis, Mönchsgrasmücke
                       (am westlichen Hang des Butzenbergs war Ende der 1970 -iger
                       für einige Jahre ein Standort des Feldschwirls ).

                        *  In 2007 fanden sich Ringeltauben - Pärchen(Teilzieher) dank
                      des milden Winters schon im Januar wieder am Steinberger
                      Waldrand des Schweinebergs, des Butzenbergs sowie hinten
                      am Hermann Opitz-Weg in der Nähe des Rintelner Feldes ein.
                      Im Mai 2007 brütet erstmalig auch ein Pärchen der Türkentaube
                      in einem waldnahen Garten.
                        
                      
 

Waldbesitzer und Ökonomie

Der Wald ist im Besitz des Landgrafen Alexander zu Schaumburg-Lippe
und wird verwaltet von seiner Geschäftsstelle, der sogenannten "Hofkammer"
in Bückeburg
. Auch der 
benachbarte Messingberg bei Steinbergen befindet sich
in seinem Besitz! Diesen Berg ließ der reiche Bückeburger Schloßbesitzer durch
den furchtbaren Steinbruch schon zur Hälfte zerstören!

In 2006 kostet der Raummeter Brennholz von selbst zu fällenden jüngeren
Buchen 12 Euro (an der Südseite des Schweinebergs). Im März 2007
hat sich der Preis auf 15 Euro erhöht!
  Und im Juli 2009 kostet der Raummeter
sogar schon 20 Euro, welcher Preis auch noch im Februar 2010 besteht.

                                                                                                                                                                                                                                                                     
                                                                                                 F. Eix / 2.-3. 8. 2006 
                                                                                                (ergänzt 2. August 2008,
                                                                                                zuletzt ergänzt: 28.6.2010)


                          
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