Wiebrechts früheres Lebensmittel-Geschäft
im Steinberger Unterdorf
Ein Foto von früher ließ sich
leider nicht auftreiben.
Heute sieht das Gebäude an der "Marktstraße"
so aus:

Wiebrechts
früherer
"Kolonialwarenladen"
14.12.2008

Unter dem altmodisch
überkragenden Dach war die Ladentür
14.12.08
Rechts
befand sich das bescheidene Schaufenster des Ladens.
Geschäftsinhaberin war Frau Wiebrecht,
die mit ihrer depressiven Tochter,
deren Verlobter in der Schlacht um Stalingrad
gefallen war, in dem Hause lebte.
Mitbewohner war das dorfbekannte Original Adolf
Schäfer, ein alter "irgendwie
zackiger Veteran des kaiserlichen Heeres"(wie mein
Zeitzeuge es ausdrückte,
der damals in der Nachkriegszeit und den 1950er
Jahren in Steinbergen lebte).
Seine Schilderung geht weiter: "Er bewegte
sich mittels eines unvergeßlichen
Gefährts fort, nämlich einer fahrenden
Lohn-Bandsäge auf eigengebauter
Selbstfahrlafette. Dieses Gefährt brachte ihm
noch ein erkleckliches Zubrot.
Auf den Rahmen eines teils Voll- teils
Luftgummibereiften, alten Fahrzeugchassis
hatte er einen kleinen 1-2 PS Deutz-Diesel montiert,
der über Gummi-Treibriemen
ein Kupplungsaggregat erreichte, das sowohl die
Hinterräder, als auch alternativ
eine Bandsäge antreiben konnte, die durch eine
stählerne Arbeitsplatte hinter
dem Führerhaus des Fahrzeugs lief. Das
Gefährt war etwa 4-5 km/h schnell und
erlaubte uns Jungs, auf der Arbeitsplatte Platz zu
nehmen, wenn der alter Schäfer
von Hof zu Hof und Kunde zu Kunde fuhr, um
Buchenstämme in die etwa 20-30 cm
langen Abschnitte zu zersägen, die dann per Axt in
verfeuerbare Holzscheite zerlegt
wurden. Säge-Schäfer war eigentlich
dorfbekannt, ja, er fuhr selbst bis zur Westen-
dorfer Landwehr (obwohl der Rückweg wegen der
Steigung dort regelmäßig
unsere zusätzliche Schubkraft erforderlich
machte)".
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(Copyright Hrsg.) 14.12.2008,
ergänzt: 23.12.08