Steinbergen: Einige geschichtliche Angaben
               (Quelle: mündliche Überlieferungen =
sog. "Oral history" )

-   Im 30-jährigen Krieg mußte Steinbergen sehr leiden, denn es wurde häufig
    geplündert, da es am Arensburger Paß liegt, worüber die Heerstraße ins
    Wesertal verlief.

-   In der Nazizeit/im 2. Weltkrieg war es wie überall in Deutschland,
    es gab in Steinbergen:

                    
-    Nazis in Uniform und ohne

                     -    das blödsinnige "Heil Hitler" mit schräg hoch gestrecktem Arm,
                          als vorgeschriebener Gruß(als Ersatz für "Tach"), wenn man
                          eintrat oder jemandem begegnete(vor allem Parteibonzen)

                    
-    die Hitlerjugend mit militärischen Geländespielen, Mutproben, Aufmärschen usw.
                         
                          Es gab zwei Gruppen: 1. das Jungvolk(=Kinder) und 2. die eigentliche
                          Hitlerjugend(= Jugendliche). Mitzumachen war praktisch Pflicht, und zwar
                          beim Jungvolk ab 10 Jahren. In die eigentliche Hitlerjugend kam man dann
                          ab einem Alter von 14-15 Jahren. Es wurden von beiden braune Hemden,
                          schwarze kurze Hosen und Koppel usw. getragen, auch "Ehrendolche".
                          Da gab es Dienstgrade wie z.B. "Jungbannführer", "Rottenführer" usw.
                         
Und kleine Ehrgeizlinge machten sich wichtig als Hitlerjugend-Anführer
                          und -Befehleerteiler.
Disziplin, "Antreten in Reih und Glied" und Stramm-
                          stehen auf dem Steinberger Schulhof waren angesagt.
                         
                          Bis 11 im Bett zu liegen, auf der Straße herumzulungern,
                          sich äußerlich gehen zu lassen, sich zu besaufen, unhöflich zu sein,
                          die Klappe groß aufzureissen als Schüler, Passanten in den Großstädten
                          anzupöbeln oder anzugreifen wie heute, das hätte da mal einer wagen sollen!
                          Was sie mit dem gemacht hätten, das hätte sich aber gewaschen gehabt.
                          Und das lächerliche heutige Pisa-Gemähre war damals total überflüssig.
                          Natürlich kann man sich eine so starke Disziplinierung und den Zwang
                          zum Mitmachen nicht zurückwünschen, aber mehr Höflichkeit, Rücksicht-
                          nahme und Anstand muß man auch heute von der Jugend fordern.

                          Die verweichlichten Menschen der ab etwa 1960 Geborenen, die weder die
                          schwere gefahrvolle Kriegszeit und Vertreibung mitgemacht haben noch die
                          elenden ersten Nachkriegsjahre, die im Gegenteil in Saus und Braus aufgewachsen
                          sind, aber heute das große Wort führen, bei jedem Zehntelprozent Erhöhung
                          des Sozialversicherungsbeitrags ein großes Geschrei machen, und den Rentnern,
                          die unter Mühen und Entbehrungen erarbeitete Rente mißgönnen, haben
                          null Ahnung und nicht die moralische Legitimation um zu urteilen.
                          Das Wohlleben dieser jungen Generation fußt auf den Entbehrungen und
                          der Arbeit der Alten, daher muß man dem oberflächlichem Anspruchsgehabe
                          dieser Jungen entschieden entgegentreten.
                         

                     -    ein Hitlerbild an der Wand gab es in jedem Klassenraum

                     -    Reden der fanatischen Nazi-Schreihälse Hitler und Goebbels
                          aus dem kleinen schwarzen "Volksempfänger":

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                                         Ein "Volksempfänger" aus der Kriegszeit                   

                     -    Heimliches streng verbotenes Hören von "Radio London"

                    
-    Schulklassen, die im Wald des Fuchsorts Wurzelstöcke
                          von Farnbüscheln des "Wurmfarn" sammeln mußten(für die
                          Herstellung von Heilmitteln gegen Madenwürmer)

                      -   Schüler bekamen vom Lehrer je eine Seidenraupe ausgehän-
                          digt, die sie in einer Schachtel zuhause mit Maulbeerblättern
                          füttern mußten, bis sich die Raupe in einem Seidenkokonn
                          eingesponnen hatte. Danach wurde die Raupe durch ein
                          heißes Wasserbad getötet. Das Seidenfadengespinst sollte dann
                          angeblich für die Herstellung von "Fallschirmseide" verwendet
                          werden(auf dem Steinberger Schulhof standen damals an der
                          Mauer zur Beekebreite hin einige Maulbeerbäume!).

                      -    es war verbreitet, daß Schuljungen lange Strümpfe trugen, die
                           mit Strapsen("Strumpfbänder") am "Leibchen"(einer Art weißes
                           Unterjäckchen) befestigt waren. Für Jungen gab es auch Matrosen-
                           anzüge, die entweder gelbweiß(sommerlich) mit blaugestreiftem
                           großen Kragen waren oder als dunkelblaue Matrosenanzüge mit
                           einem großen weißgestreiftem Kragen

                     
-    Sammlungen für das Winterhilfswerk, einer sozialen Einrichtung
                           für die "Wohlfahrt", was heutzutage "Sozialhilfe" heißt.

                      -   die Frauen strickten, angeregt durch die Agitatoren des Regimes,
                          "Pulswärmer für unsere Soldaten im Osten"

                      -    Heinz Rühmann im Film "Quax, der Bruchpilot" im zum
                           Kino umfunktionierten Tanzsaal des Hotel und Gasthaus
                           zur Linde ; dazu gab es die "Ufa-Wochenschau" mit markigen
                           deutschen Siegesmeldungen von der Front zu sehen
                    
                     
-    Abholen der einzigen Steinberger jüdischen Familie, Löwenstein,
                           1942 zur Vernichtung
                      -    Furchtsames Getuschel der Dorfleute darüber

                      -   Einquartierung von Angestellten der Focke Wulf-Flugzeugwerke
                          in Bad Eilsen mit ihren Familien in den Steinberger Hotels und
                          Pensionshäusern                    
                                        
                      -   Ein KZ-Aussenlager in einer Scheune der Arensburg und viele
                          getötete Häftlinge(Polen, Ukrainer, Russen u.a.) im Steinbruch "SSS"
                          am Messingberg(= heute sog. "Freizeit- und Erlebnispark Steinzeichen")

                      -   brutale Halunken und Menschenschinder, wie den Aufseher
                          aus dem Steinberger Steinbruch, der sich abends in der Kneipe
                          in Engern damit brüstete, daß er heute wieder einen der Gefangenen
                          "kaltgemacht" habe

                      -  Parteigenossen(NSDAP-Nazis) in brauner oder schwarzer Uniform

                      -  Gestapo-Leute(die gefürchtete Geheime Staatspolizei, die einen auf
                         Nimmerwiedersehen abholen konnte, wenn man etwas gegen die Nazis
                         oder den Krieg sagte). Einer davon -   in der kühlen Jahreszeit trug er immer
                         einen knöchellangen grünlichgrauen Gestapomantel(Glattledermantel)  -
                         wohnte an der Rintelner Straße 10, Ecke der Straße "Am Kehlbrink",
                         schräg
gegenüber dem Sonnenstudio.
 
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                                                            Ein Gestapomantel
 
                         Er stolzierte oft mit einem großen britischen Marine-Fernglas auf der Brust
                         herum. Dieses versteckte er vor Kriegende oben in einer Tanne des kleinen
                         Wäldchens, das damals rechts vom Berghotel stand (wo jetzt das Sonnen-
                         studio ist). Das Fernglas wurde in der britischen Besatzungszeit von einem
                         kleinen Jungen entdeckt und heimlich sichergestellt. Er holte es vom Baum
                         herab, und seine Mutter mußte es in einer Einkaufstasche versteckt nach
                         Hause tragen, damit die Engländer nichts sahen(im Berghotel waren viele
                         Soldaten und auch in verschiedenen Häusern im oberen Teil Steinbergens):
                          
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                                            Britisches Marine-Beuteglas(ca. 25 cm lang)


                         Im Haus daneben, Rintelner Straße 9 / Ecke der Straße "Am Kehlbrink",
                         wohnte übrigens bis in die 1950-er Jahre der Dorfpolizist.
                                   
                      -  den Ortsbauernführer Miede, in schwarzer Uniform(Schaftstiefel,
                         Armbinde usw.)                   

                      -  befohlenes Kartoffelkäfersuchen für alle, die auf den Beinen waren.
                         Der Versammlungsort dafür war in dem breiten Wegdurchlass zwischen
                         dem Steinberger Schlachtergeschäft und dem ehmaligen Löwensteinschen
                         Haus an der Bückeburger Str.(der Weg wurde nach dem Kriege geschlossen).                       

                      -  die Aufforderung zu solchen Aktionen  -  und überhaupt alle für
                         die Steinberger Einwohner wichtigen Mitteilungen wurden vom
                         Gemeindediener bekanntgemacht. Der lief durch alle Straßen
                         und alle paar Hundert Meter bimmelte er ca. eine halbe Minute
                         mit einer großen durchdringenden Glocke. Alle Leute öffneten
                         dann die Fenster oder kamen auf die Straße um zuzuhören, was
                         der Ausrufer zu verkünden hatte.
                         Der schrie dann laut "Bekanntmachung" und las mit lauter Stimme
                         von seinem Blatt die Meldungen vor.

                      -  Die Bürgermeister des Dorfes während der Nazizeit und bis zum
                         Ende des Krieges waren Hermann Schütte(Dorfpoet) und später
                         Lehrer Lorenz. Beide waren natürlich Parteigenossen der NSDAP.
                         Nach dem Kriege mußte sich der Dorfschullehrer Lorenz dem soge-
                         nannten Entnazifizierungsverfahren der Westalliierten unterziehen,
                         also einer gewissen Umerziehung vom Nationalsozialismus.
                         Die britischen Besatzungstruppen setzten 1945 Albert Meier, einen
                         kommunistischen Arbeiter als Bürgermeister ein. Später, als es
                         Komunalwahlen gab, wurde Bäckermeister Beckmann Bürgermeister
                         und im Verlauf der weiteren Jahre wurde dann mehrmals der Bauer
                         Prasuhn(CDU) zum Bürgermeister gewählt.
                        
                      -  Nach dem Kriege war Lorenz der Leiter des Verkehrsbüros auf
                         dem Steinberger Bahnhof für die "Kurgäste", die ja eigentlich besser
                         als Sommergäste zu bezeichnen waren, denn Kuren wurden in
                         Steinbergen nie verabreicht. Er vermittelte Zimmer für ankommende
                         Gäste, zog von den Pensionen und Hotels die Kurtaxe für die Gäste
                         ein und war allgemein für den Fremdenverkehr zuständig.

                     -   Lorenz war gleichzeitig einer der drei Volksschullehrer des Dorfes.
                         Die beiden anderen Lehrer waren:  Herr Spier. Spier war ebenfalls
                         NSDAP-Mitglied, er wohnte an der jetzigen Straße "Am Kehlbrink"
                         im Oberdorf(zu seiner Zeit konnte man nicht von einer Straße sprechen,
                         es war ein Weg, der "Grasweg" genannt wurde). 
                         Der dritte Lehrer war Herr Heine  -  ein schmächtiges Männlein  -
                         der selbst nach dem Kriege noch Schüler, die nach seiner Meinung
                         störend oder ungezogen waren, mit dem Rohrstock auf den Po
                         prügelte. Dazu mußten sich die Schüler zu seiner größeren
                         Bequemlichkeit vor ihm bücken. Um 1950 herum wurde der alt-
                         gewordene Lehrer Heine durch den jüngeren Lehrer Neuser ersetzt.                                 
                                     
                      -  Luftschutz-Warnmeldungen aus dem Radio, wenn Bomben-
                         flugzeuge der Briten oder Amerikaner im Anflug waren.

                      -  Abzählreim der Kinder, in dem sie die Luftschutzwarnungen
                         aus dem Radio nachmachten:

                                                   Achtung! Achtung!*
                                                   Ende, Ende!
                                                   Über Aachen ziehn Verbände.
                                                   Über Duisburg schießt die Flak,
                                                   Und du bist ab.
                                                   
                                                   * Alle Luftschutzwarnmeldungen begannen
                                                                   mit den Worten "Achtung, Achtung!"

                                                   

                      -  Überflüge von britischen u. amerikanischen Bomberverbänden

                     
-  Abends Verdunkelung der Fenster mit schwarzen Papierrolleaus,
                         damit die Flieger nichts sehen sollten


                      -   in der Dunkelheit fingerten dann die Strahlen der Suchscheinwerfer
                          der Flugabwehr
, aus der Gegend näher auf Hannover zu, hoch über
                          dem Messingberg am Himmel herum, wenn Bomber im Anflug auf
                          Hannover waren
                         
                      -   von deutschen Jägern abgeschossene Bomber, z.B. beim Neelhof

                      -   Büschel von silbrigen Stanniolfäden auf den Feldern (Abwurf aus
                          feindlichen Flugzeugen zwecks Verwirrung deutschen Radars)

                     -    Lebensmittelmarken wegen der Rationierung der Konsumartikel:

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                                           Lebensmittelmarken aus der Zeit des 2.Weltkriegs


                     -    Bezugsscheine für Schuhe und Textilien
                    
                     -    ekelhaftes Maisbrot

                     -    wenig Fett und Fleisch

                     -    Magermilch, die in Milchkannen aus dem kleinen Milchgeschäft
                          einer Frau Redeker in der Beekebreite Nr. 15(erstes Haus von
                          unten rechts) geholt wurde; im backsteinroten Hinterhaus war
                          die Schlachterei Ossenkopp.

                     -    alle möglichen Ersatzstoffe(z.B. merkwürdigen rötlichen "Zahnstein"
                          anstelle von Zahnpasta)

                     -    verbotene heimliche sog. "Schwarzschlachtungen" von Schweinen
                          durch die Bauern

                     -    verbotenerweise wurde auch Schnaps gebrannt, aus Zuckerrüben-
                          schnitzeln

                     -    Tabak, Zigaretten waren sehr rar, also zogen die Steinberger
                           zweimeterhohe Tabakpflanzen in ihren Gärten, manche hatten
                           dort umfangreiche Tabakpflanzungen                        
                       
                    
-    Bucheckernsuchen im Herbst(dafür erhielt man Speiseöl); das wurde
                          auch in den ersten ersten Nachkriegsjahren noch gemacht, auch das
                          Waldhimbeeren-Suchen

                     -    die Wälder waren leergesucht nach Brennholz bis auf den letzten
                          trockenen Ast, in den ersten Nachkriegsjahren wurden sogar die
                          "Stubben" gefallener Bäume genutzt, manchmal wurden sie sogar
                          mit Sprengstoff zu Brennholz zerkleinert

                    

                    
-   "Kohlenklau"-Plakate:

                                        
                                   Kohlenklau-Plakat gegen Energieverschwendung                                                          

                                        Da ist er wieder!

                                       
Der Text auf dem Plakat lautet:
                                                                  Sein Magen knurrt, sein Sack ist leer,
                                                                  und gierig schnüffelt er umher.
                                                                  An Ofen, Herd, an Hahn und Topf,
                                                                  an Fenster, Tür und Schalterknopf
                                                                  holt er mit List, was Ihr versaut.
                                                                  Die Rüstung ist damit beklaut,
                                                                  die auch Dein bißchen nötig hat,
                                                                  das er jetzt sucht in Land und Stadt.
                                                                                       Fasst ihn!
                                                                  In den Zeitungen steht mehr über ihn!
                   
                     -    LKWs mit Holzvergaser(= ein großer tonnenförmiger Holzofen an der
                          Seite) als Antrieb, da Benzin stark rationiert war.

                     -    Kurz vor Kriegsende wurden die großen Silos am Rintelner Hafen
                          an der Eisberger Straße von der Bevölkerung geplündert. Dort sah
                          man Leute mit Handwagen, Pferdewagen und sogar mit einspännigen
                          Kuhwagen vorfahren. Die Holzkisten mit Konserven wurden zum Teil
                          aus den Silofenstern auf den Hof geworfen. Die Fleischkoserven waren
                          bald weg. Dann gab es nur noch Kisten mit z.B. Kohl- und besonders
                          Selleriekonserven und viele Leute mußten enttäuscht abziehen. Berühmt
                          waren die Plünderungen der Silos in Berenbusch am Mittellandkanal
                          nordwestlich von Bückeburg, die noch reicheren Inhalt hatten als die
                          Silos in Rinteln


                     -    Die alten Männer Steinbergens, die nicht zur Wehrmacht eingezogen waren,
                          mußten unter Leitung des Steinberger Försters Reinhard, Anfang 1945
                          am Westhang der Hirschkuppe viele Fichten fällen und diese zu über 2 m
                          langen Stücken zersägen. Daraus wurden drei massive Panzersperren gebaut,
                          eine im Fuchsort an der alten B 238 Richtung Rinteln, eine zweite im Arensburger
                          Paß an der B 83 Richtung Bückeburg( ca. 300 m von der Autobahnbrücke in
                          Richtung Steinbergen der B 83) und eine an der Straße nach Obernkirchen
                          und ins Auetal.

                     -    Auf dem Waldhügel schräg gegenüber dem Gasthaus "Grafensteinerhöh"
                          (damals nur mit etwas über hüfthohen Buchensträuchern bewachsen!) und
                          oberhalb, bergwärts der Panzersperre im Fuchsort, mußten die alten Steinberger
                          Männer Schützenlöcher graben(bei genauem Hinsehen ist dort noch das eine
                          oder andere Schützenloch im heutigen Hochwald erkennbar
!).
                          Diese wegen ihres fortgeschrittenen Alters(60 und älter!) nicht zur Wehrmacht
                          eingezogenen Männer waren im sogenannten Volkssturm zusammengefaßt.
                          Sie trugen keine Uniform sondern nur Armbinden! Diese Volkssturmmänner,
                          hatte man mit Karabinern und Panzerfäusten ausgerüstet und kommandierte
                          sie in die von ihnen ausgehobenen Schützenlöcher. Wenn die amerikanischen
                          Truppen sich über die alte B 238 von Rinteln her näherten, sollten sie also
                          die Ortseinfahrt nach Steinbergen verteidigen. Einige Wehrmachtssoldaten waren
                          auch dabei. Später, als die Amerikaner sich näherten, war aber keiner der
                          "Kämpfer" mehr da. Auch an der Panzersperre auf der B 238 unten im Talgrund
                          des Fuchsort mußte nicht verteidigt werden. Auch dort gab es Schützenlöcher!
                          Die weggeworfenen Panzerfäuste zum Abschuß der Panzer lagen unbenutzt
                          im Wald herum und wurden später von Dorfkindern neugierig untersucht.

                          Bei der anderen Panzersperre, die im Arensburger Pass, wurden
                          mehrere amerikanische Panzer durch fanatische junge SS-Soldaten mit
                          Panzerfäusten abgeschossen. Dieser Paß durch das Wesergebirge sollte
                          mit aller Macht verteidigt werden. Dort wurde noch gekämpft, während
                          Bad Eilsen schon längst durch die Amerikaner besetzt war.
                          Am Hang der Hirschkuppe gab es schwere Kämpfe und viele tote deutsche
                          -  25 sind bekannt  -  und eine unbekannte Zahl tote amerikanische Soldaten.
                          Der amerikanische Ortskommandant ordnete an, daß die alten Männer
                          aus dem Dorf die Leichen aus dem Wald der Hirschkuppe abtransportierten!

               
                     -   Artilleriebeschuß und Bombardements durch die Amerikaner am 9. und 10.
                         April 1945. Mehrere Häuser in Steinbergen wurden durch Granatbeschuß zerstört
                         oder brannten ab. Es gab sieben tote Zivilisten. Einer Bokeloh-Tochter: Astrid,
                         an der Rintelner Str. 13  in Steinbergen wurde als Kleinkind ein Bein durch Granat-
                         splitter abgeschossen, als der Vater es zum Pipimachen hielt, draußen an der West-
                         seite des Hauses. Das arme Kind mußte später eine Holzbein-Prothese tragen.

                      -  Zerstört wurden folgende Gebäude: Das alte Gasthaus und Hotel "Zur Linde" mit
                         dem großen angebauten Tanz- und Kinosaal(zur Hamelner Straße hin gelegen!)
                         wurde total zerstört. Ebenfalls total zerstört wurden der große Bauernhof Steinmeier
                         (südöstlich hinter dem Gasthaus "Zur Linde" gelegen) sowie das alte Bauernhaus von
                         Ferdinand Gottschalk
in der Bachstraße 4 sowie Miedes Haus in der Lindenstraße
                         neben dem damals noch nicht vorhandenen Kino "Metropol". Stark zerstört wurde
                         Nonnenbergs Haus, das 3. Haus rechts von unten in der Straße "Beekebreite".
                         Frau Nonnenberg starb dabei, obwohl sie sich wie die meisten Steinberger im Keller aufhielt.

                         Diese Zerstörungen durch die Amerikaner waren blödsinnig und verfehlten
                         ihren Zweck, denn die hartnäckigen jungen Verteidiger saßen nicht im Dorf
                         sondern am Arensburger Paß. Aber die US-Kanoniere dachten wohl, man
                         immer feste druff in die Gegend, egal wen es trifft, sind ja alles deutsche Feinde!
                         So trafen die Zerstörungen nur die Steinberger Zivilbevölkerung!

                         An dem schönen Tag, als "Die Linde" abbrannte, war die Luft selbst im Bereich der
                         Pensionshäuser im Oberdorf(heute die Straßen "Sonnenbrink", "An der Hirschkuppe",
                         "Am Kehlbrink" umfassend) erfüllt von herniederschwebenden verbrannten Papierfetzen;
                         offenbar hatten in "Der Linde" Unmengen von Akten gelagert.
              
                         Das Möllersche Ackerland(Bauer Möller an der heutigen Straße "Lindenbreite"
                         links, gegenüber dem Bauernhof von Bartlings), heute bebaut durch die Häuserreihen
                         in der Straße "Sonnenbrink", war eines Vormittags in diesen Tagen übersät mit lauter
                         kleinen ca. 50 cm-Trichtern, die wahrscheinlich von der Bordmunition von amerikanischen
                         Jagdflugzeugen herrührten.

                     -   Um einen Eindruck von der Zerstörungskraft der amerikanischen Granaten zu geben,
                         folgt hier ein Bild, in dem mit weisser Farbe ein Granattrichter eingezeichnet ist,
                         den man damals an der heutigen Straße "An der Hirschkuppe" besichtigen konnte,
                         von der B 238 kommend auf der rechten Seite unten zwischen den damals noch
                         nicht vorhanden zwei Wohnhäusern(das damalige Ackerland gehörte dem Steinberger
                         Zimmermeister Herr Holstein):

                         
                      Der eingezeichnete Granattrichter hatte einen Durchmesser von 5 - 6 m und war ca. 3 m tief!

       
                     -   es gab viel Angst damals

                     -   in manchen Dörfern, wie z.B. in Welsede, wurden von den amerikanischen
                         Soldaten Frauen vergewaltigt. Dasselbe geschah auch später noch durch
                         britische Soldaten und befreite Fremdarbeiter z.B. in Mittelbrink, Pollhagen ... 
                         Diese Angaben stammen aus sicherer Quelle, z.T. von unmittelbar Betroffenen.
                         Aus Steinbergen ist dem Verfasser kein Fall bekannt; es kann aber sein, daß es
                         auch hier vorgekommen ist, denn die betreffenden Frauen verheimlichten meist
                         diese Vorfälle.
                         Aus
zuverlässiger
Quelle hat der Verfasser mündlich erfahren, daß in Ahlshausen,
                         einem Dorf in der Nähe von Einbeck in Südniedersachsen im Sommer 1945
                         viele Vergewaltigungen durch britische Besatzungssoldaten vorgekommen sind.
                         Einen besonders brutalen vielfachen britischen Vergewaltiger töteten einige
                         Männer aus dem betreffenden Dorf heimlich, als er wieder auf Jagd auf junge
                         Frauen ging, und liessen seine Leiche auf Nimmerwiedersehen verschwinden;
                         die britische Besatzungsmacht konnte das Verschwinden des Soldaten nie aufklären.
                         Bei Entdeckung waren die Männer bereit, sich zu erschiessen, denn versteckte
                         Waffen hatten sie noch.
                         Von einem Vergewaltigungsversuch im Schaumburger Wald 1945 (klicken!)
                         durch einen britischen Offizier wurde mir von einer heute 86-jährigen Frau aus
                         Pollhagen berichtet. Wahrscheinlich sind auch in Steinbergen und in anderen Dörfern
                         im Rintelner Raum Vergewaltigungen durch amerikanische und britische Soldaten
                         vorgekommen. Die betroffenen jungen Mädchen und Frauen sprachen aus Scham
                         nicht darüber!
                    

                     -   Der Gasthof zur Linde und Steinmeiers Bauerhof, brannten wegen
                         Treffer von Brandbomben ab. Nonnenbergs Haus in der Beekebreite,
                         Miedes Haus in der Lindenstraße(links neben dem Kino "Metropol")
                         und Ferdinand Gottschalks Bauernhaus in der heutigen Steinberger Bachstr.,
                         wurden durch Volltreffer zerstört. In der "Linde" verbrannten große
                         Mengen von dort gelagerten Akten, die in die Luft gewirbelt als schwarzer
                         Niederschlag bis in die oberen Viertel von Steinbergen verstreut wurden.

                     -   Der Steinberger Kirchturm erhielt einen Volltreffer, der den dort sitzenden
                         deutschen Gefechtsbeobachter tötete.

                     -   An einem hellen Apriltag, dem 11. 4. 1945, sah man dann amerikanische
                         Soldaten an der heutigen Rintelner Straße in Steinbergen in geduckter
                         Haltung mit der Maschinenpistole im Anschlag um die Häuser schleichen.

                     -   Schwere Kämpfe im Arensburger Paß und auf der Hirschkuppe
                         (Mann-gegen-Mann-Kämpfe). Noch Jahre später sah man auf der
                         Hirschkuppe Schützengräben und fand Stahlhelme, die ein Einschußloch
                         hatten.

                     -   Am 2.9.2008 teilte mir ein Bekannter, der während seiner Schulzeit in Steinbergen
                         lebte, in einer E-Mail über seine Kriegserlebnisse in Steinbergen im April 1945
                         folgendes mit:

                         "
Wir wohnten damals (von 1945-54) im "Haus Frohsinn" (Heinrich Heumann,
                               Nr. 55), nachdem wir wegen der Beschlagnahme von Krömers Hotel durch
                               Einheiten des britischen (Royal Army Signals Corps) RASC-Kommando, die
                               1945 Steinbergen besetzten, unsere im Hotel seit 1943 (bei Gustav
                               Kleinschmidt sen.) angemieteten Hotelräume aufgeben mußten. Mein Vater
                               war übrigens während des Kriegs mit den Focke-Wulf-Werken aus Bremen
                               nach Bad Eilsen gekommen, und hatte uns nach Verlust ("ausgebombt")
                               unserer Wohnung in Bremen nach Steinbergen nachkommen lassen. Während
                               der Kämpfe am Arensburger-Pass April 1945
haben meine Familie mit den
                               anderen Bewohnern aus Krömers Hotel und einigen Steinbergenern mehrere
                               Tage im sog. Loren-Tunnel des Schaumburger (Schmitt'schen) Steinbruchs *
                               verbracht
, bis fliegende Artilleriebeobachter der Amis, die von Bad
                               Eilsen entlang der B238 ** anrückten, uns entdeckten. Eine amerikanische
                               Kampfgruppe stöberte uns anschließend auf und ließ uns als Gefangene
                               nach Ahnsen (in ein provisorisches Hauptquartier) zu Verhören abführen:
                               Fußmarsch unter Bewachung, Hände auf dem Kopf. Erst nach einem Tag
                               durften wir zurück nach Steinbergen.

                               Aufgrund der Englischkenntnisse meines Vaters war er danach von 1946-54
                               in Bückeburg und Bad Eilsen, und von 1954-63 in Rheindahlen bei
                               Mönchen-Gladbach im Joint HQ der British Army of the Rhine (BAOR) und
                               Royal Air Force Germany (RAFG) bis zu seinem Ruhestand beschäftigt."
                               Anmerkungungen: * gemeint ist der Steinbruch im Messingberg, der
                                                             Direktor der Steinbruchgesellschaft SSS("Schaumburger
                                                             Steinbrüche Steinbergen") hieß Schmidt
                                                           **es muß B83 heißen
!

                     -   Die "Amis" vergewaltigten nicht nur (klicken!), sie stahlen auch, was ihnen
                         wertvoll erschien
(es waren eben nicht immer nur deutsche und russische
                         Soldaten, die Schandtaten begingen
!):
                        
Meine Entgegnung auf die zuvor oben zitierte E-Mail
                        "Daß ihr im Steinbruch-Tunnel gesessen habt und dann von den Amerikanern
                         nach Ahnsen abgeführt wurdet, klingt abenteuerlich. Das war sicher ein
                         ambivalentes Erlebnis für dich
."

                         Daraufhin schrieb mein Informant am 4.9.2008
wieder in einer E-Mail:
                             " Kann man wohl sagen, insbesondere, da die Amis (manche mit 3-4 Armbanduhren
                               an jedem Arm und
- bei voller Kampfausrüstung und Bewaffnung - noch mehreren
                               Cameras über Schulter und Nacken
)
uns offenbar für privilegierte Angehörige
                               kämpfender Nazis hielten, die entsprechend zu behandeln waren. " 
        


                    
-   Ab 1944 Einquartierung von Ausgebombten und später, nach Kriegsende,
                         von Flüchtlingen für lange Jahre nach dem Krieg in Steinberger Häusern.

                     -   Kinderspiele mit Kriegsmaterial:
                         Nach den Kämpfen lagen noch mehrere Wochen im Wald bei der Arensburg
                         gleich hinter Krömers Hotel Haufen von Granaten und andere Munition herum.
                         Die Granaten wurden von Kindern geöffnet, um daraus ca. 30 cm lange
                         Pulverstangen zu entnehmen. Das waren die begehrten "Furzer". Man zündete
                         sie an, legte sie auf die Erde, hielt kurz den Fuß auf das glimmende Ende,
                         ließ los und sie furzten raketengleich unter Zurücklassung eines interessanten
                         Geruchs durch die Luft davon. Ein kleiner Junge, ein gewisser Heinz D. aus
                         dem Steinberger Oberdorf, machte den Fehler, eine Handvoll zerbrochener
                         Pulverstangen in eine Flasche zu stecken, ein brennendes Streichholz dazu
                         zu tun und die Flasche zu verschliessen. Das bekam ihm schlecht, denn die
                         Flasche explodierte in seiner Nähe und Glassplitter flogen ihm ins Gesicht.
                         Er trug daher einige "Schmisse" an Kinn und Backe davon. Die Augen waren
                         verschont. Er wurde später Frisör("Putzer") und lebte nicht lange, der arme Kerl.   -  
                         Hinter der großen grauen langgestreckten Wagenremise von Wolbrechts Hotel
                         an der großen Steinberger Straßenkreuzung, wo auf der rechten Seite der B 238
                         der Waldweg zur Hirschkuppe beginnt, stand lange Zeit ein großer oben offener
                         gepanzerter Mannschaftswagen der deutschen Wehrmacht, in dem die Kinder
                         spielten und schließlich auch interessante Armaturenteile, rote Warnlämpchen
                         usw. abschraubten.  

                     -   Nach den Kämpfen beschlagnahmten die Amerikaner viele Häuser in
                         Steinbergen und natürlich auch die Hotels zur Einquartierung ihrer Truppen.
                         Die hinausgeworfenen Deutschen mußten sehen, wo sie blieben. Nach einigen
                         Wochen zogen die Amerikaner ab und englische Soldaten übernahmen die Häuser. 
                         Auch die Steinberger Schule und Turnhalle wurden für Monate beschlagnahmt.
                         Die Kinder wurden im sogenannten Konfirmandensaal, ein Anbau des
                         Steinberger Pfarrhauses, unterrichtet und zwar alle Jahrgänge zusammen in
                         dem einzigen Saal. 

                      -  Da überall leere Benzinkanister im Wald und an Straßen herumlagen, bauten
                         sich die Dorfkinder Flösse aus zusammengebunden Benzinkanistern und
                         schipperten mit denen auf dem Teich beim großen Autobahnviadukt herum:

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                                                    Teich unter der Autobahnbrücke                    
17.4.2011

           
Während des Krieges und einige Zeit danach lebten in Steinbergen, im Haus Barein
            zwei kinderfreundliche junge Frauen aus Bremen, blond, schlank und attraktiv.
            Sie waren in Bad Eilsen bei den aus Bremen wegen des anglo-amerikanischen
            Bombenkrieges ausgelagerten Flugzeugwerken Focke-Wulf beschäftigt. Kurz
            nach dem großen Krieg  -  an einem hellen Hochsommertag, es mag 1946 gewesen
            sein  -  stürzte sich eine von der beiden jungen Frauen vom hohen Autobahnviadukt
            in den Tod. Es geschah vielleicht wegen einer unglücklichen Liebesbeziehung.
            Alle waren erschüttert und Dorfkinder liefen noch Tage später voll Grauen zum
            Unglücksort, um dort nach Blut zu sehen.
 
            Meine Berichtsperson, damals ein etwa 10-jähriger Schüler, war an dem
            schönen Sommertag zum Baden in der gegenüber der Autobahnbrücke
            befindlichen Steinberger Badeanstalt(Freibad) und wurde Zeuge des Freitods:

            Er teilte mir per Email am 4.9.2008 folgendes mit:
            "
Mein alter Herr [damals ebenfalls bei Focke-Wulf beschäftigt] wird sie [die beiden Frauen]
               gekannt haben, an den Freitod der einen von ihnen erinnere ich mich noch ziemlich lebhaft,
               weil ich ihn von der Badeanstalt aus
quasi miterlebte, d.h. ich habe die Frau auf der
               breiten steinernen Brüstung hoch auf dem Autobahnviadukt stehen sehen, mich sehr
               gewundert, Spielkameraden aufmerksam machen wollen
,wonach sie beim erneuten
            Blick verschwunden war. Beim Nachhauseweg durch den Arensburger Park kriegten
            wir noch den Abtransport mit, und die zerborstenen Erlensträucher waren den ganzen
            Sommer lang grausliche Erinnerung. Ich glaube mich auch zu erinnern, daß wenig später
            oben auf der Brüstung ein Kreuz mit Datum
in den rötlichen Deckstein eingemeißelt wurde."

                                Das Autobahnviadukt lag nach der kurz vor
                                Kriegsende erfolgten Sprengung im Bereich
                                des Teiches noch in Trümmern und oben
                                fuhren deshalb damals keine Autos. Daher
                                war auch die Absprungstelle oben auf der Brücke
                                für die unglückliche Frau leicht zugänglich:

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                               Todesstelle(rechts): Von der Autobahnbrücke in den Tod     17.4.2011
  
        
                              
                     -   Das Berghotel, das 1964 abgerissene große "Wolbrechts Hotel" an der großen
                         Steinberger Straßenkreuzung von B 238 und B 83, Krömers Hotel ebendort,
                         die Villa des Volksschullehrers Spier(= das ehemalige "Haus Erholung"), das
                         repräsentative "Bremer Berghaus" wurden auf Jahre hinaus zuerst von den
                         Amerikanern und dann von den Engländern beschlagnahmt.

                     -  Nach dem Krieg wohnte in Steinbergen auch ein Mitglied eines berüchtigten
                        Hamburger sog. Reserve-Polizeibataillons, das hier bei seiner in Hamburg
                        ausgebombten Familie Unterschlupf gefunden hatte. Diese furchtbare Polizei-
                        Einheit hatte in Polen die massenhafte Erschießung von jüdischer Bevölkerung
                        in den Dörfern vorgenommen(s. das Buch des Historikers Christopher R. Browning:
                        Ganz normale Männer -  Das Reserve-Polizeibataillon 101 und die "Endlösung"
                        in Polen, Verlag Rowohlt, Hamburg, 1993/97). Der schmächtige Mann,
                        ein gewisser Herr D., der jetzt sicher schon jahrelang verstorben ist, machte
                        in Steinbergen einen ausnehmend stillen und bescheidenen Eindruck.


                                         Ein halbes Dutzend im Fuchsort verscharrte Russen

                        
Diese waren im Februar 1945 bei kaltem aber schneefreiem Wetter aus Richtung
                         Rinteln kommend mit ihrer Wachmannschaft nach Osten, also auch durch Stein-
                         bergen, unterwegs. Am Nachmittag machten sie, vielleicht 60 - 70 russische
                         Gefangene im Wald beim Fuchsort Halt und lagerten dort total erschöpft und fast
                         verhungert gleich vorn an der Straße unter den hohen Fichten. Unter Bewachung
                         kam einer in das Steinberger Wohnviertel bei der Hirschkuppe, um ein paar Steck-
                         rüben als Nahrung zu erbetteln. Er bekam dann einen Kartoffelkorb voll Steckrüben.

                         In der folgenden Nacht war etwa ein halbes Dutzend der russischen Kriegs-
                         gefangenen vor Erschöpfung oder Hungers gestorben. Sie wurden am Morgen
                         unter den Waldbäumen verscharrt.

                               Bitte etwas Geduld, Ihr Browser lädt das Photo.
                               Unter diesen Bäumen an der alten Straße B 238 im Fuchsort wurden die  

                                           in der Nacht gestorbenen russischen Kriegsgefangenen verscharrt!   31.1.08 

                                                    Man kommt an dieser Stelle vorbei, wenn man den neuen Spazierweg
                               vom Steinberger Ortsausgangsschild zwischen der B 238 und den Rinne-
                               Häusern in Richtung der Grafensteinerhöh geht(nach ca. 30 m im Wald links).

                               Ca. 1960 mußten die Leichen ausgegraben werden und kamen wahrscheinlich
                               auf den "Russenfriedhof am Horn" oberhalb von Rehren A.O.

                                       Bitte etwas Geduld.
                                       Im Fuchsort: heutiger Blick von Lagerstatt und Todesort   
                                                     der russischen Kriegsgefangenen in die Schlucht  
31.1.08


                                     Die Wachmannschaften waren schuldlos an diesem Elend der
                              armen russischen Männer, denen völkerrechtswidriges Unrecht
                              geschah. Schuld war die politische Führung Deutschlands.
                              Soll man sagen "die Nazischweine"? Und natürlich die deutschen
                              Wähler, die auf Rattenfänger wie Hitler und Konsorten
                              hereingefallen waren. Die Menschen fallen immer wieder auf
                              Politiker herein, die entweder gut reden können oder sympathisch
                              aussehen oder die von den Medien hochgejubelt werden
                              und die Menschen achten zu wenig darauf, was die Politiker sagen
                              und vor allem, auf das, was sie tun. Das ist auch der Grund dafür,
                              daß manche heutige Politiker/innen so beliebt sind bzw. waren.
                              Das Irrationale überwiegt/
überwog oft das Rationale und das Aufklärerische.
                              Das ist nicht nur bei uns Deutschen so, sondern auch in anderen
                              Ländern, man kann es z.B. gerade wieder in Frankreich beobachten,
                              wo die Franzosen einen Lebemann und irgendwie Schaumschläger
                              gewählt haben, von dem sie sich jetzt zunehmend abwenden.
                              Der Vorgänger unserer jetzigen Bundeskanzlerin ist ein ähnlicher
                              Fall, der äußerlich eine gute Figur machte, aber nur die Wirtschafts-
                              bosse gut bediente und kein Herz für die breite Masse, die kleinen Leute,
                              hatte, von denen er selbst abstammte, dieser Blender und Opportunist,
                              auf den eine leichtgläubige Mehrheit von Wählern mehrmals hereinviel.

                              Es ist natürlich zurückzuweisen, daß bestimmte Ausländer immer noch
                              die heutigen Deutschen, die damals noch Kinder oder noch garnicht
                              geboren waren, für die Schandtaten der Nazis verantwortlich machen.                             
                              Wir Heutigen haben keine Schuld an dem, was geschah.
                              Aus hannoverschen Schulen wird z.B. berichtet, daß türkische Kinder
                              Deutsche mit dem Wort "Nazi" beschimpfen(neben "Schweinefleisch-
                              fresser" und "Scheißdeutscher" ein beliebtes Schimpfwort). Fragt man
                              sie, woher sie diese Schimpfwörter haben, so antworten sie z.B
                              "Von meinem Opa"(Türke). So sollte sich einmal ein Deutscher in der
                              Türkei benehmen! Dem erginge es dort aber sehr, sehr schlecht.

                              Wie steht es übrigens mit anderen Völker und Kriegsschuld?
                              Hat z.B. das so sehr geschundene Vietnam von den Amerikanern,
                              die das Land mit einem völkerrechtswidrigen Krieg überzogen,
                              irgendeine Wiedergutmachung erhalten? Nein!

                                                                                                                             31.Januar 2008
                                                                                                                             (ergänzt 29.2.08, 22./25./28.3.08,
                                                                                                                              25.5.08, 16.8.09, 28/29.3.10,
                                                                                                                              17.4.11, 17.10.2011)

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