Das südliche Weserufer wurde schon
vor
vielen Jahren mit
einem aufdringlichem
häßlichen Kaufhauskomplex(Woolworth) usw. verschandelt.
Hier standen einmal
das historische Schlachthofgebäude aus dem 19.
Jahrhundert und das sogenannte
Gouverneurshaus aus dem 18. Jahrhundert, eine
stattliche Villa, umgeben von
Grün. Anstatt diese Baulichkeiten zu modernisieren, wurden sie brutal
vernichtet:



Ein noch heftigerer Schlag
in die Augen des Betrachters ist die Stadtbücherei
beim historischen Gebäude der sog. Eulenburg.
Wie kann man einen solch überkanditelten
schmalen Glas- und Metallbau, an dem ein ehrgeiziger und
leider zum rücksichtslosen Hinklotzen
neigender Archtitekt sich ausgetobt hat, unmittelbar an
ein historisches Gebäude wie
die Eulenburg anklatschen?! -
Disharmonischer geht es nicht mehr!
Heimatmuseum "Eulenburg" mit angeklatschter
Stadtbücherei 16.7.07
Zwischen Eulenburg und ehemaligem
Schwesternwohnheim
6.10.07
Ein solches modernes Bauwerk gehörte vor die Stadt auf die grüne
Wiese,
aber nicht
hier in die Altstadt, angeklatscht an zwei alte Häuser. Wenn dies
architektonische Machwerk wenigstens ganz aus Glas wäre,
dann ließe man
es sich
hier noch gefallen.
Bausünde Nr. 5: Die Verunstaltung des Postamts
Ein übles Stück aus dem Tollhaus ist die Verunstaltung des
historischen Postamts
durch eine Art von modernem Taubenkäfig
auf dem Dach:
Historisches Postamt mit
aufgesetztem "Taubenschlag" 6.10.07
Das ist nicht witzig, sondern eine Geschmacklosigkeit, wie sie wohl nur
degenerierten
Gemütern aus der Provinz einfallen kann.
Der modernistische Fremdkörper auf dem Dach
6.10.07
Verbrochen wurde
diese Untat von denselben Obernkirchener Architekten, die auch den
disharmonischen Anbau an der Eulenburg entworfen haben(s.o.).

Was soll
das Ding auf dem Dach?
6.10.07
Ist es eine aktuelle innovative Maßnahme der Post gewesen, um den
Briefverkehr
auch mittels
Brieftauben
abzuwickeln oder ein Unterstand für den
Schornsteinfeger?
Oder
saß
dort etwa bisweilen ein bestimmter im Postamt residierender
Rechtsanwalt,
um
darüber
nachzusinnen, wieso er in Gerichtsverhandlungen soviel unangemessenen
Respekt vorm früheren Rintelner Amtsgerichtsdirektor hatte?
Solcher
Dachschaden gehörte
schleunigst beseitigt.
Was
sagen eigentlich
die Denkmalschützer dazu?
Und den Stadtbaurat sollte man
besser in Pension schicken, ehe er weiteres Unheil
in der Stadt anrichten läßt.
Die Gegend hier scheint
bevölkert zu sein von unsensiblen Architekten,
die Altstädte durch disharmonische Bauwerke versauen.
Dieses
ist kein Einzelurteil, denn auch Besuchern von außerhalb mit dem
entsprechenden Urteilsvermögen stachen diese Mängel im Rintelner
Stadtbild
in die Augen, und man wurde von ihnen darauf hingewiesen.
Wie man sieht: Ästhetisches
Augenmaß, Stilempfinden und
historische Rücksichtnahme
waren nie die
Stärke der Stadtverwalter.
Die herrschende Geisteshaltung ist,
Gewachsenes zu zerstören
mittels eines unharmonischen Modernismus. Hier ist nicht
gemeint, modernistische Gebäude total abzulehnen. Auf Frei-
flächen am Rande der Stadt sind sie passend, aber nicht mitten
im kleinstädtischen historischen Rahmen der Altstadt. Dort
zerstören sie das historische Stadtbild. Dem städtischen Baurat
und den Stadtverordneten im Stadtrat fehlt leider das Gefühl für
das, was einer historischen Altstadt angemessen ist.
(Sie unterliegen leider unsensiblen selbstverliebten
Provinz-Architekten,
die ihre modernistischen Entwürfe, die für die Bahnhofsgegend
z.B. passend wären, unbedingt anbringen wollen und sie deshalb
brutal in die Altstadt setzen.)
Wir
erinnern auch daran, daß der Rintelner Bürgermeister Karl-Heinz
Buchholz(SPD)
partout eines der letzten kleinen historischen Fischerhäuser
hinter der
Nikolaikirche
abgerissen haben wollte. Er hat leider kein Gefühl und Verständnis für
historische
städtebauliche Werte, die eine Stadt für Besucher erst interessant
machen, denn
modernes Nullachtfünfzehn-Gepräge finden Besucher überall, dazu kommen
sie
nicht nach Rinteln. Das reizende winzige alte Gärtlein
mit Hecke neben dem
Häuschen, das mit dem Fischerhäuschen eine Einheit
bildete, ließ der
Bürgermeister
gnadenlos beseitigen zugunsten einer bedeutungslosen freien Fläche am
Parkplatz.
Hätte der
"Verein Denkmalschutz" nicht energisch Einspruch erhoben, so
wäre auch
das Fischerhäuschen verschwunden.
Das nächste Tollhausstück droht am
sogenannten Alten Hafen neben der Weserbrücke:
Dies idyllische Bild am Eingang zur Altstadt, eine echte
Attraktion
und
Visitenkarte der Stadt, das die touristischen Besucher Rintelns
gerne
betrachten, wenn sie die Weserbrücke passieren, ist offenbar
einer bestimmten
auf kurzsichtige Vermarktung ausgehenden Kamerilla
aus Bankleuten,
Politikern von SPD, CDU, FDP und Unterstützern
aus der
Zeitungs- und Anwaltszene ein Dorn im Auge, sie möchte das
Gelände, wie man
hörte, am liebsten mit Wohnhäusern bebauen.
Aber wahrscheinlich ist das wegen
Hochwassergefahr weder ratsam
noch zulässig.
Der Erdwall, der mit Bäumen bestanden,
den Alten Hafen zur Weser hin abschirmt
(auf der linken Seite auf obigem Foto) ist übrigens eine alte
Befestigungsanlage
der Stadt und muß aus diesem Grund erhalten bleiben. Von Seiten
der
Denkmalschützer sollte auf der Erhaltung dieses Bodendenkmals
bestanden
werden.
Wohnhäuser wieder einmal im Hochwassergebiet?
Ein Beispiel für kleinere Bausünden:
Die schon
kleine Fläche des historischen Marktplatzes wurde z.B.
durch
eine breitausufernde wulstige Wasserlaufanlage(nicht
eins, nein, gleich
drei Planschbecken!) künstlich weiter verkleinert.
Den
Stadtverwaltern
fehlt es an Augenmaß. Leute mit einem gesunden Urteilsvermögen hätten
nie
ein so raumeinnehmendes Ding auf einen so kleinen Platz wie den
Rintelner
Marktplatz gesetzt. Die Wasserläufe dieser Anlage sollen
angeblich die Weser
symbolisieren, die man zwar real ganz in der Nähe
hat, aber die etwas simplen
Gemüter der Stadtverwalter
benötigen sie zur Selbstvergewisserung und als
Gedächtnisstütze, daß die Weser auch wirklich immer da ist, gleich
nochmal
in symbolischer Form auf dem Marktplatz. Sie lieben
das
Symbolische bzw.
weiter fällt
ihnen nichts ein!
Eix / 29.10.2007
ergänzt 8.4.2010