Rintelner Bausünden

  Das südliche Weserufer wurde schon vor vielen Jahren mit einem aufdringlichem
  häßlichen Kaufhauskomplex(Woolworth) usw. verschandelt
. Hier standen einmal

  das historische Schlachthofgebäude aus dem 19. Jahrhundert und das sogenannte
  Gouverneurshaus aus dem 18. Jahrhundert, eine stattliche Villa, umgeben von
  Grün. Anstatt diese Baulichkeiten zu modernisieren, wurden sie brutal vernichtet:

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                                              Bausünde Nr. 1 am Brückentor                                        30.7.07


Von der Weserseite aus betrachtet, mag das Woolworth-Gebäude
mit seinen auffälligen
farbigen Steinplatten an der Fassade
ja noch zur Not annehmbar sein(die hellen Geländer
mit ihrem bizarren doppelten Ypsilon-Muster stören am meisten den Blick), ...

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                             Woolworth und Hotel am südlichen Weserufer                    6.10.07


     ...  von der Weserstraße aus betrachtet, ist das sich darbietende Bild jedoch schockierend.
    
Hier bilden die aufgesetzten braunen Steinplatten, die man sonst nur für Wege und
     Grabmäler benutzt, im Verein mit den Tüllgardinen wie in Omas Stübchen
das Bild
     einer geschmacklosen Stilverirrung:

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      Woolworth, die seitliche Front an der Weserstraße, garniert mit Grabsteinplatten
      und Omas Tüllgardinen
                                                                          6.10.07

       Anstelle des Woolworth-Gebäudes stand einstmals vorne an der Brücke eine
      repräsentative ehemalige hessische Gouverneurs-Villa(das helle Gebäude rechts
      der Weserbrücke) sowie ein Lagerhaus, wie man auf dem folgenden Bild von 1858
      erkennen kann:

       
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                           Weserbrücke und Weserkai(Verladung von Obernkirchener Sandstein), 1858

       Bevor die von Bäumen umstandene erhaltenswerte Villa ca. 1970 beseitigt wurde,
     diente sie noch einige Jahre als Rintelner Polizeirevier. Auf dem Gelände mit dem
     grauen ehemaligen Lagerhaus befand sich bis zur Zerstörung für Woolworth usw.
     auch der Rintelner Schlachthof.

Links neben der Villa(heute durch das Woolworth-Gebäude überbaut!) sah man in einen
etwa 15 m langen offenen Lauf der Mühlenexter hinein, die auch heute noch westlich
um die Innenstadt herumfließt(am Blumenwall-Park entlang) und unterirdisch den Pferdemarkt
durchströmt, um bei der alten Wesermühle(= heute das furchtbare begrünte Betonklotz-
gebäude, s.u.) -  auf der anderen Straßenseite  - durch das Mühlentor in die Weser zu fließen.
Wo heute die Rampe vor der Apotheke im "Betonklotzgebäude"(s. Abbildung unten!) ist,
sah man auf einen Wasserfall und ein sich drehendes Mühlenrad hinunter.
Dies alles fiel der Geldgier der Eigentümer des Betonklotzgebäudes zum Opfer, welche
die frühere Wesermühle zerstörten und an deren Stelle diese Bausünde begingen
.
Ihnen, die schon genug davon hatten, ging es nur um noch mehr Kies!
Was für eine touristische Attraktion wäre es, könnte man noch auf die alte Mühlenradanlage
hinunterblicken
!



Genauso wurde auf der anderen Seite des Brückentors eine Bausünde begangen, indem
ein umgebungsblinder Architekt ohne Anpasssung an die umgebenden alten Häuser einen
kolossalen überfrachteten Betonbau dort hingeklotzt hat, "die Hängenden Gärten"
nicht der Semiramis sondern der disharmonischen Architektursammlung Rintelns.
Wahrscheinlich träumt der Architekt, auf den die Rintelner Stadtverwaltung hereingefallen
ist, nachts noch immer von seinem städtebaulichen Schandmal. Früher, bis 1979, stand
dort die alte Eggersmannsche Mühle
, die man evt.  auch hätte umbauen können. Aber
der Grundstückseigentümer wollte, wie gesagt, größtmögliche wirtschaftliche Ausnutzung
des Grundstücks und gegen die Stimmen der SPD wurde der Betonklotz genehmigt, der
ja seinerzeit in etwa dem Zeitgeist entsprochen haben mochte, in dieser Umgebung aber
total fehl am Platze war: 


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                                                          Bausünde Nr. 2 am Brückentor                                     30.7.07



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                                       Überfrachteter Gebäudeklotz neben historischen Häusern               30.7.07


                      
Ebenfalls am Eingang zur Weserstraße, am früheren Pferdemarkt ein weiterer baulicher Mißgriff,
der von Stilunsicherheit sowohl des Architekten als auch des Bauherrn und des Stadtbaurats zeugt:
Die Nordfassade des Kaufhauses Bruno Kleine. Hier stören die unnötigen Riesenflaatsche
von Fenstern
im 1. Stockwerk:

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                        Bausünde Nr. 3, die Nordfassade des Kaufhauses Bruno Kleine     6.10.07
   
                                    Als optische Fremdkörper wirkende Riesenfenster,
                                 reingehauen in eine sonst angemessene Fassade!



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                                              Die riesigen Fensterflaatsche von Kleine                                   6.10.07

            Früher stand hier, wo jetzt Kleine haust, bis in die 1960-er Jahre das alte baulich
            gefälligere "Hotel Stadt Bremen".




                                                 Bausünde Nr. 4 hinter dem Rathaus:

   Ein noch heftigerer Schlag in die Augen des Betrachters ist die Stadtbücherei
   beim historischen Gebäude der sog. Eulenburg. Wie kann man einen solch überkanditelten
   schmalen Glas- und Metallbau, an dem ein ehrgeiziger und leider zum rücksichtslosen Hinklotzen
   neigender Archtitekt sich ausgetobt hat, unmittelbar an ein historisches Gebäude wie
   die Eulenburg anklatschen?!  -   Disharmonischer geht es nicht mehr!

                                       

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                           Heimatmuseum "Eulenburg" mit angeklatschter Stadtbücherei  16.7.07


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                                             Zwischen Eulenburg und ehemaligem Schwesternwohnheim         6.10.07

                Ein solches modernes Bauwerk gehörte vor die Stadt auf die grüne Wiese,
                aber nicht hier in die Altstadt, angeklatscht an zwei alte Häuser. Wenn dies
                architektonische Machwerk wenigstens ganz aus Glas wäre, dann ließe man
                es sich hier noch gefallen.


                        Bausünde Nr. 5: Die Verunstaltung des Postamts


              Ein übles Stück aus dem Tollhaus ist die Verunstaltung des historischen Postamts
        durch eine Art von modernem Taubenkäfig auf dem Dach:

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                      Historisches Postamt mit aufgesetztem "Taubenschlag"     
6.10.07 

      Das ist nicht witzig, sondern eine Geschmacklosigkeit, wie sie wohl nur degenerierten
      Gemütern aus der Provinz einfallen kann.

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                         Der modernistische Fremdkörper auf dem Dach                  
6.10.07

Verbrochen wurde diese Untat von denselben Obernkirchener Architekten, die auch den
disharmonischen Anbau an der Eulenburg entworfen haben(s.o.).
 
 

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                                     Was soll das Ding auf dem Dach?                         
6.10.07 

             Ist es eine aktuelle innovative Maßnahme der Post gewesen, um den Briefverkehr
             auch mittels Brieftauben abzuwickeln oder ein Unterstand für den Schornsteinfeger?
             Oder saß dort etwa bisweilen ein bestimmter im Postamt residierender Rechtsanwalt,
             um darüber nachzusinnen, wieso er in Gerichtsverhandlungen soviel unangemessenen
             Respekt vorm früheren Rintelner Amtsgerichtsdirektor hatte?

                          Solcher Dachschaden gehörte schleunigst beseitigt.

                             Was sagen eigentlich die Denkmalschützer dazu?

Und den Stadtbaurat sollte man besser in Pension schicken, ehe er weiteres Unheil
in der Stadt anrichten läßt.  

Die Gegend hier scheint bevölkert zu sein von unsensiblen Architekten,
die Altstädte durch disharmonische Bauwerke versauen.

Dieses ist kein Einzelurteil, denn auch Besuchern von außerhalb mit dem
entsprechenden Urteilsvermögen stachen diese Mängel im Rintelner Stadtbild
in die Augen, und man wurde von ihnen darauf hingewiesen.


 Wie man sieht: Ästhetisches Augenmaß, Stilempfinden und
                          historische  Rücksichtnahme
                          waren nie die Stärke der Stadtverwalter.

Die herrschende Geisteshaltung ist, Gewachsenes zu zerstören
mittels eines unharmonischen Modernismus.  Hier ist nicht
gemeint, modernistische Gebäude total abzulehnen. Auf  Frei-
flächen am Rande der Stadt sind sie passend, aber nicht mitten
im kleinstädtischen historischen Rahmen der Altstadt. Dort
zerstören sie das historische Stadtbild. Dem städtischen Baurat
und den Stadtverordneten im Stadtrat fehlt leider das Gefühl für
das, was einer historischen Altstadt angemessen ist.
(Sie unterliegen leider unsensiblen selbstverliebten Provinz-Architekten,
die ihre modernistischen Entwürfe, die für die Bahnhofsgegend
z.B. passend wären, unbedingt anbringen wollen und sie deshalb
brutal in die Altstadt setzen.)


Wir erinnern auch daran, daß der Rintelner Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz(SPD)
partout eines der letzten kleinen  historischen Fischerhäuser hinter der Nikolaikirche
abgerissen haben wollte. Er hat leider kein Gefühl und Verständnis für historische
städtebauliche Werte, die eine Stadt für Besucher erst interessant machen, denn
modernes Nullachtfünfzehn-Gepräge finden Besucher überall, dazu kommen sie
nicht nach Rinteln. Das reizende winzige alte Gärtlein mit Hecke neben dem
Häuschen, das mit dem Fischerhäuschen eine Einheit bildete, ließ der Bürgermeister
gnadenlos beseitigen zugunsten einer bedeutungslosen freien Fläche am Parkplatz.
Hätte der "Verein Denkmalschutz" nicht energisch Einspruch erhoben, so wäre auch
das Fischerhäuschen verschwunden.


Das nächste Tollhausstück droht am sogenannten Alten Hafen neben der Weserbrücke:                               

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                                                Weserhafen von der Brücke aus (9/06)

          Dies idyllische Bild am Eingang zur Altstadt, eine echte Attraktion
          und Visitenkarte der Stadt, das die touristischen Besucher Rintelns
          gerne betrachten, wenn sie die Weserbrücke passieren, ist offenbar
          einer bestimmten auf kurzsichtige Vermarktung ausgehenden Kamerilla
          aus Bankleuten, Politikern von SPD, CDU, FDP und Unterstützern
          aus der Zeitungs- und Anwaltszene ein Dorn im Auge, sie möchte das
          Gelände, wie man hörte, am liebsten mit Wohnhäusern bebauen.
          Aber wahrscheinlich ist das wegen Hochwassergefahr weder ratsam
          noch zulässig.      

Der Erdwall, der mit Bäumen bestanden, den Alten Hafen zur Weser hin abschirmt
(auf der linken Seite auf obigem Foto) ist übrigens eine alte Befestigungsanlage
der Stadt und muß aus diesem Grund erhalten bleiben.
Von Seiten der
Denkmalschützer sollte auf der Erhaltung dieses Bodendenkmals bestanden
werden.


                         Wohnhäuser wieder einmal im Hochwassergebiet?

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                              Das von interessierten Kreisen angepeilte Baugebiet "Alter Hafen"            4.1.2003

               Im August 2007 gab es ein ähnliches Hochwasser! Und es wird auch weiter geschehen.


         Bei all den oben aufgeführten baulichen Mißgriffen aus mangelndem Stilempfinden ist ja noch
         das wegen seines unordentlichen Durcheinanders vor dem Haus und im rückwärtigen Garten
         oft kritisierte historische ehemalige Weinhändlershaus(Bahnhofstr. 38)
an der Nordseite der
         Weserbrücke ein richtiges Schmuckstück,
trotz der häßlichen Unordnung drumherum:

               
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                                                     Haus Bahnhofstr. 38                    6.10.07

                Gegenüber dem obigen Haus gibt es ein Geschäftshaus an der Bahnhofstraße,
             das ein Architekt    -   offenbar in einem Anfall geistiger Verwirrung   -   mit
             einem zinnenbewehrten Dachaufbau versehen hat, wie man sie bei arabischen
             Wehrburgen sieht:

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                           Ein Gebäude in der Bahnhofstr. mit schwer lastenden Zinnen  6.4.2010


                         Ein Beispiel für kleinere Bausünden:      
Die schon kleine Fläche des historischen Marktplatzes wurde z.B. durch
eine breitausufernde wulstige Wasserlaufanlage(nicht eins, nein, gleich
drei Planschbecken!
) künstlich weiter verkleinert. Den Stadtverwaltern
fehlt es an Augenmaß. Leute mit einem gesunden Urteilsvermögen hätten nie
ein so raumeinnehmendes Ding auf einen so kleinen Platz wie den Rintelner
Marktplatz gesetzt. Die Wasserläufe dieser Anlage sollen angeblich die Weser
symbolisieren, die man zwar real ganz in der Nähe hat, aber die etwas simplen
Gemüter der Stadtverwalter benötigen sie zur Selbstvergewisserung und als
Gedächtnisstütze, daß die Weser auch wirklich immer da ist, gleich nochmal
in symbolischer Form auf dem Marktplatz. Sie lieben das Symbolische bzw.
weiter fällt ihnen nichts ein!

                                                                                   Eix / 29.10.2007
                                                                                   ergänzt 8.4.2010

         
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