Rinteln aktuell

26. November 2007   Die Montagsgeschichte:

                                Rinteln  -  ein Irrgarten

Die "Stadtmanagerin" Annette Achilles vom Stadtmarketingverein "Pro Rinteln"
möchte ein Labyrinth = Irrgarten in Rinteln anlegen lassen. Fein, endlich mal
was Neues für die attraktionslüsternen Tagestouristen und besonders die Scharen
von erschöpften Pilgern auf dem bekannten Pilgerweg vom Kloster Loccum
zum Kloster Möllenbeck, die dann hier im spirituellen Rintelner Labyrinth
Pause machen können!

Frau Achilles sagte, die Arbeit liesse ihr keine Zeit, einmal auf dem Jakobs-
weg zu pilgern. Aber das geht doch nicht, man kann eine nach Spiritualität
dürstende Seele doch nicht so darben lassen! Der Pro Rinteln-Verein muß ihr
nun aber endlich mal einen Urlaub für eine Pilgerreise gönnen. In Ermanglung
einer solchen ist Frau Achilles jetzt schon einmal durch Rinteln gepilgert, um
passende Stellen für Irrgärten auszusuchen. Begleitet hat sie dabei der österrei-
chische "Labyrinthforscher" und Irrgartenberater mit dem lieblichen Namen
Gernot Candolini, ein Tiroler Lehrer. Es ist doch erstaunlich, mit was alles
Lehrer Geld verdienen können. Und österreichische Berater haben überhaupt
immer so zündende Ideen, was man von der "Erlebniswelt Renaissance" her in
Schaumburg schon weiß.

Der Innsbrucker Forscher weiß sogar etwas über die Kosten eines Irrgartens:
"Sie können beliebig zwischen 50 Euro und 50 Millionen Euro angesetzt werden",
ließ er sich vernehmen. Na, dann sagen wir für Rinteln lieber 50 Euro! Das ist
genug, da die Stadt doch wegen ihrer verschwenderischen Ausgaben schon so
in Geldnot ist, daß sie uns die Grundsteuer, Gewerbesteuer und Abwasserkosten
erhöhen will.

Jedenfalls haben die beiden spiritulitätsbehafteten Ideengeber, Achilles und
Candolini schon einige nette Stellen für den Rintelner Irrgarten ausgesucht.
Da wäre 1. in der Bäckerstraße. Prima, dann können da endlich keine Autos
mehr durchfahren! Da wäre 2. der Rosengarten im Blumenwall. Prima, dann
sitzen da endlich nicht nur immer die Schülerinnen, Verkäuferinnen und Anwalts-
gehilfinnen in ihrer Mittagspause mit ihren Butterbroten herum und Frau Achilles
kann dann dort im spirituellen Rintelner Irrgarten vielleicht mit ihrem Geschäfts-
führer, Herrn Klußmeier, oder dem Bürgermeister Buchholz manchmal Blindekuh
spielen.

(Dieser Beitrag erschien am 1.12.07 als Leserbrief
unter der Überschrift "Blindekuh im Labyrinth" in
der "Schaumburger Zeitung", Rinteln, sowie in der
"Schaumburg-Lippischen Landeszeitung".)



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