Rinteln ist ein Kleinstädtchen an
der Weser,
zwischen Hameln
und Minden,
im südwestlichen Niedersachsen.
- Ehemalige Kreisstadt des
1972
aufgelösten nds. Landkreises
„Grafschaft
Schaumburg“,
davor war es preussisch (es gehörte ab 1866 zur
preussischen
Provinz "Hessen-Nassau"), davor
seit 1648 hessisch und noch früher gehörte
Rinteln zum Duodezländchen
lippischer Grafen. Die Bevölkerung mußte sich
also jahrhundertelang vor
den verschiedensten Despoten
ducken, was die
hiesige Gemütslage leider noch immer teilweise beeinflußt.
-
Nette Lage an der Weser,
schöne
ehemalige
Festungswälle, die mit meist
historischen Häusern und im Westen, am
sog. Blumenwall, mit einem
reizvollen Park und einer
idyllischen Lindenallee und einer Graft bestückt sind.
- Es gibt noch viele alte
Fachwerkhäuser. Am
Marktplatz stehen in einem
ansprechendem Ensemble das Ratskellergebäude
der sog. Weserrenaissance,
die teilweise spätbarocke Nikolaikirche und das
ehemalige
Rathaus, heute
"Bürgerhaus", ein Fachwerkbau auf einem steinernen
Erdgeschoß
von Mitte des 18. Jhd..
Blick von den Luhdener Klippen auf den Ost- und
Nordteil von
Rinteln (8/06)


- Jedoch wurde das südliche Weserufer
schon
vor
Jahren durch
einen
aufdringlichen häßlichen Kaufhauskomplex(Woolworth) verschandelt:


- Ein noch heftigerer Schlag in die Augen des
Betrachters ist
die
Stadtbücherei beim historischen Gebäude der sog.
Eulenburg.
Wie kann man einen solch überkanditelten schmalen Glas-
und Metall-
bau, an dem ein ehrgeiziger und
leider zum rücksichtslosen Hinklotzen
neigender Archtitekt sich ausgetobt hat, unmittelbar an
ein historisches
Gebäude wie die Eulenburg anklatschen?!
-
Disharmonischer geht es
nicht mehr!
Heimatmuseum "Eulenburg" mit angeklatschter
Stadtbücherei 16.7.07
Ästhetisches
Augenmaß, Stilempfinden und historische Rücksichtnahme
waren in neuerer Zeit wohl nie die
Stärke der Rintelner.
- Wir
erinnern auch daran, daß man partout eines der letzten
kleinen historischen
Fischerhäuser hinter
der
Nikolaikirche abreissen lassen wollte. Das reizende
winzige alte Gärtlein
mit Hecke neben dem Häuschen, das mit dem Fischer-
häuschen eine
Einheit
bildete, ließ man gnadenlos beseitigen zugunsten einer
bedeutungslosen
freien Fläche am Parkplatz.
Hätte
der "Verein Denkmalschutz" nicht energisch Einspruch erhoben, so
wäre
auch das Fischerhäuschen verschwunden.
Weserhafen von der Brücke aus (9/06)
- Die schon
kleine Fläche des historischen Marktplatzes wurde z.B.
durch
eine breitausufernde wulstige
Wasserlaufanlage(nicht eins,
nein, gleich
drei Planschbecken!) künstlich weiter verkleinert.
Es fehlt an Augenmaß!
Leute mit einem gesunden
Urteilsvermögen hätten nie ein so raumeinnehmendes
Ding auf einen so
kleinen Platz wie den Rintelner Marktplatz gesetzt.
Die Wasserläufe dieser Anlage sollen
angeblich die Weser symbolisieren,
die man zwar real ganz in der Nähe
hat, aber die offensichtlich etwas simplen
Gemüter der Rintelner
benötigen die Wasserläufe wohl zur Selbstvergewisserung
und als Gedächtnisstütze,
daß die Weser auch wirklich immer da ist, gleich nochmal
in symbolischer Form auf dem
Marktplatz. Sie lieben
das
Symbolische bzw.
weiter fällt
ihnen nichts ein! Und so müssen sie nicht erst auf die Weserbrücke
gehen, um fließendes Wasser zu sehen.
- Im oberen Teil der vor einigen
Jahren(September 2003) eröffneten
Fußgänger-
zone in
der Hauptstraße (s. das folgende Photo) fließt dann
nochmal eine
weniger ausufernde und erfreulicherweise sehr kindgerechte
zweite symbolische
Weser!
-
Auf dem Marktplatz wurde 1989 zur 750-Jahrfeier der
Stadt eine plump und
abstoßend wirkendende Bronze-Nachtwächterfigur
(Visage wie bei einem
Orang-Utan) mit manieriert verschwiemelter
Oberflächenstruktur aufgestellt,
gestiftet vom sog.
"Verschönerungsverein Rinteln e.V. von
1878",
vom "Heimatbund
der Grafschaft Schaumburg e.V., Rinteln" und
von der
Rintelner Firma
Stüken, deren ästhetische Vorstellungen offenbar allesamt
revisionsbedürftig sind.
Das "Bürgerhaus"* am
Rintelner Marktplatz
12.11.09
Vor
dem Gebäude die ausufernde Brunnenanlage und an der rechten Ecke
die verschwiemelte Nachtwächterfigur!
* Das Gebäude war ursprünglich
ohne die beiden oberen Fachwerkgeschosse.
Bis 1866 gehörte
Rinteln zu Hessen und in dem Gebäude befand sich die
hessische
Polizeiwache. Später wurde es aufgestockt und war bis zur Kreis-
reform 1977, als
der Landkreis "Grafschaft Schaumburg" aufgelöst wurde,
das Rintelner Rathaus.
-
Positiv ist auch hervorzuheben, daß schließlich einige der schönen
modernen übermanns-
großen stählernen farbigen
Stelen
des deutschlandweit
anerkannten Rintelner Künstlers
Eg
Witt in der Stadt ihren
Platz gefunden haben(z.B. am Pferdemarkt, in der Bahnhofstr.,
in
der Seetorstr., am Bahnhofsweg vor den
Stadtwerken). --- Das geschah
schließlich gegen den
Widerstand obengenannter Stifterparteien:

Stele von Eg Witt am Pferdemarkt 25.2.08
- Steht man auf
der Weserbrücke und blickt stromaufwärts
auf den charmanten kleinen Hafen
Idylle mit "Kunstwerk"
Steinhaufen gegenüber der
Weserbrücke 30.6.07
- Man fragt sich natürlich, wie lange die
Verwertungsaktivisten vom Dienst den oben
abgebildeten kleinen Hafen und seine Umgebung noch
in Ruhe lassen werden**, denn in
der lokalen "Schaumburger Zeitung"
wurde
im Juni 2007 schon in kostenaufwendigen
Veränderungsphantasien geschwelgt, mit denen dem
idyllischen kleinen Überbleibsel
aus der Zeit, als Rinteln auch ein Ackerbauerstädtchen
war, der Stempel der gelackten
Urbanisierung aufgedrückt würde. Die selbsternannten
Visionäre propagieren z.B. eine
treppenmäßige Betonierung des rückwärtigen Endes des Hafens
beim Gebäude des
Wasser- und Schiffahrtsamtes, damit man dort
amphittheaterartig übereinander hocken
kann, um auf den schmalen Hafen und die Weserbrücke zu
starren.
** Die idyllische Natürlichkeit am
Weserufer soll bald ein Ende haben:
Ende August 2007 ist es nun soweit.
Die Fraktion der Rintelner Gestaltungsfanatiker
will am alten Rintener Hafen
zuschlagen.
Besonders der Rintelner Ortsbürgermeister
Ulrich Goebel ist ganz scharf
darauf.
Als notorischer einschlägiger Visionär und
"begeisterter Segler" möchte er sich hier
einen Bootsanleger von der
Allgemeinheit
finanzieren lassen, der 1 km lange Weg zum
Segelrevier Doktorsee ist ihm
offenbar
zu lang(s. "Schaumburger Zeitung
vom 29. u. 30. August 2007).
Aber
ansonsten hat Rinteln noch immer manche
schönen Züge
im
Stadtbild und ist
unbedingt einen Besuch wert:
Am reizvollen Blumenwall(Park)
16.7.07
Die schöne Lindenallee am
Blumenwall 16.7.07

Die Graft, ein Ententeich am Blumenwall
12.11.09
Leider sind die schwülstigen klobigen Bänke im
Blumenwall
zum Sitzen und
Anlehnen unbequem. Aber natürlich sehen sie teuer
aus und damit erschienen
sie wohl den kommunalen Amtspersonen als Bänke "vom Feinsten", worauf es
ihnen
offenbar vor allem ankam. Vor dem Kauf einmal selbst darauf zu sitzen,
fanden
die Herrschaften sicher für überflüssig.
Auf einer Wiese am Blumenwall befindet sich ein Denkmal für die im
1. Weltkrieg gefallenen Soldaten des "Reserve Jaeger Bataillon
Nr. 20" :
Das sog. Jäger-Denkmal für die Gefallenen
10.8.2009
Die Schmierereien am Denkmal
sind das Werk von geistig verwahrlosten
Personen Rintelns, die froh sein können, daß sie
nicht als Soldaten in
Afghanistan sich den Hintern abschiessen lassen müssen. Sie sollten
sich
besser intensiv mit den gegenwärtigen weltpolitischen
Konflikten und
kriegerischen Auseinandersetzungen befassen, anstatt sinnlos in der
Vergangenheit herumzuwühlen. Link
zu einem gleichfalls angreifenden
deutschen Soldaten im Afghanistankrieg 2009. Besonders "Antifa", bitte
klicken!
Was ist denn dabei anders? Nichts Wesentliches! Es geht weiter mit
Kriegführen.
Man
fragt sich, soll nun auch das Andenken an gefallene deutsche
Afghanistankrieger durch
Antifa-Zeichen besudelt werden?
Aber
das würde wohl eine große Welle der Empörung in unserer Gesellschaft
auslösen,
selbst bei Gegnern dieses Krieges. Den inhumanen Schmierfinken,
diesen Schlingeln, würde dann von deutschen Politikern(Merkel,
Jung, Struck,
Steinmeier usw.) wohl einmal ganz schön der Hosenboden strammgezogen
werden.
Kriege
werden immer von den Herrschenden angezettelt. Beim
1. Weltkrieg,
für den dieses Denkmal ja steht, waren es der größenwahnsinnige
Kaiser Wilhelm II.,
gewisse Interessengruppen in Wirtschaft und Militär sowie die
volksverräterische SPD,
die durch Bewilligung der Kriegskredite den Vorgenannten erst die
Kriegsführung
ermöglichte.
Das "Jäger-Denkmal" vor der
Besudelung durch Schmierfinken
8.2.2008
Die Soldaten waren die Leidtragenden der obengenannten
Kriegstreiber.
Deren Andenken zu beschmutzen, ist Ausdruck einer Geisteshaltung,
die gekennzeichnet ist durch Uninformiertheit, mangelndes Geschichts-
verständnis und Respektlosigkeit.
(Es ist unerträglich, daß die in Rinteln politisch Verantwortlichen
und auch der
sog. "Verschönerungsverein
Rinteln e.V. von 1878", es seit Monaten nicht für
nötig halten, die Schmierereien beseitigen zu lassen.) s.u.
An prominenter Stelle, nämlich auf dem Kollegienplatz, gibt es ein
weiteres Denkmal
für in den Kriegen 1914 - 1918 und 1939 - 1945 gefallene Soldaten, das
ebenso
besudelt wurde.
Bei einer lokalen Rintelner Zeitung gibt es halbseidene
Weltverbesserer und
Schreibtischtäter, die
derartige Untaten sogar überregional angeheizt haben.
Im Herbst 2009 wurden die Schmierereien auf
dem Denkmal
dankenswerterweise beseitigt:
Das
wieder gereinigte Jägerdenkmal 12.11.09
Die 19 eingemeindeten Dörfer Rintelns sind:
- Sehenswert und seit
Alters sehr beliebt ist die "Rintelner
Messe",
ein zweimal
jährlich stattfindender Jahrmarkt. Es ist der schönste
Jahrmarkt in Norddeutschland,
weil er
integriert ist in die Altstadt(Markplatz/Kirchplatz und umliegende
Straßen).
Die Rintelner Messe findet jedes Jahr im Mai und im November
statt, und
zwar
jeweils am ersten Wochenende des betreffenden
Monats:
Rintelner Messe (Nov. 2006)
Der Rintelner
Marktplatz
11/06

Die reformierte Kirche am Kollegienplatz 11/06
Der eher kleine Marktplatz mit den angestrahlten Gebäuden der Nikolaikirche,
dem Renaissance-Ratskeller und dem ehemaligen Rathaus geben einen
sehr schönen intimen Rahmen für einen Weihnachtsmarkt ab.
Der große Weihnachtsbaum am
Markt
sah auch z. B. im Jahre 2007 wieder
besonders schön aus:
Der
Weihnachtsbaum 2007 auf dem Rintelner Marktplatz
Man muß anerkennen, daß die Rintelner Stadtverwaltung bei der
Auswahl des Weihnachtsbaums für den Marktplatz die letzten Jahre
immer eine glückliche Hand hatte.
Da kann man die
Weihnachtsmärkte der umliegenden Städte, nämlich
von Minden, "Bückeburch", Stadthagen und den wuseligen Hamelner
Weihnachtsmarkt, getrost
vergessen.
Zurück
zum Anfang dieser Seite(Inhaltsverzeichnis)
Feldmann/ 12.06,
(zuletzt ergänzt 31.8.2009,
geändert 6.10./12.11.09)
Rintelns Straßen mit alten Gebäuden
usw.
Link zur Extra-Seite über
Rintelner
Bausünden
Geschichte
eines kommunalen Streitfalls in
2006/2007:
Der Rintelner
Steinanger
Zurück
zur Übersichtsseite:
bitte hier klicken!