Das ehemalige Löwensteinsche Haus
an der Bückeburger Straße 14
in Steinbergen

Das ehemalige Haus der jüdischen Familie
Löwenstein 8.3.2008
Bemerkenswert ist die Verhunzung der Fassade der
traditionellen
Backstein-Fachwerkfassade durch
die
vorgesetzten Klinker, die flapsigen
neuen Fenster und besonders durch den
schnöden Zaun-Verschlag links.
Rechts sieht man eines der
ausnehmend häßlichen Mehrfamilienhäuser
desselben Eigentümers an der
Bückburger Straße. Eine wahre Verschan-
delung des Steinberger Ortsbildes.

Tür am ehemaligen Löwenstein-Haus 8.3.08
Wenigstens die schöne Tür und die Sandsteintreppe
am Haus
sind
unversehrt erhalten.

Seitenansicht des ehemaligen Löwenstein-Hauses
8.3.2008
Neben dem Haus befand sich
früher ein breiter öffentlicher Weg
(wo auf dem Photo das Auto steht!) zur Straße "Hohlweg"!
Dieser Weg wurde leider in den häßlichen "Abgrund" zwischen
der hohen Mietskaserne und der später anstelle der alten
Schütteschen Villa errichteten Sparkassenfiliale verlegt!
Noch dazu wurde der Weg fast auf Schulterbreite verschmälert.
Versammlungsort:
Wo auf dem Photo das Auto steht, mußten sich in der
Kriegszeit
unter Leitung des gestiefelt und
gespornt auftretenden Ortsbauern-
führers Miede im Sommer die Dorfbewohner einschließlich
ihrer
Kinder einfinden, um zum Kartoffelkäfersuchen auf den Feldern
eingeteilt zu werden.
Hinter Löwensteins Haus
befand sich neben einer Wiese übrigens
auch ein Kartoffelacker!
Nach den Aussagen alter Steinberger waren die Löwensteins,
Schlachter und Viehhändler, beliebt im Dorf.
Es folgen die Namen der Mitglieder der Familie Löwenstein,
die
von den Nazis ermordet wurden:
Name
Alter
Adolf
Löwenstein
74
Otto Löwenstein
62
Rosa Löwenstein, geb. Bull
53
Hermann
Löwenstein
20
Willy
Löwenstein
16
Es gab zwei weitere Familien mit mosaischer Religions-
zugehörigkeit in Steinbergen, die ebenfalls von den Nazis
abgeholt
wurden:
Bertha Dublon, Witwe
53
Lore
Dublon
17
Max
Schönfeld
52
Frieda
Schönfeld
49
Lydia Schönfeld
19
Alle genannten Personen wurden am 13. Dezember 1941
vom Bahnhof Bielefeld aus nach Riga(Lettland) gefahren,
wo sie ermordet wurden.
Sie alle waren unauffällige brave Deutsche, die niemandem
etwas Schlimmes getan hatten.
Gedenken wir ihrer - die ja gute Steinberger waren
- und des
ihnen angetanen Unrechts, wenn wir an dem Haus
vorbeigehen!
Trotz allem christlichen Getue mit
Inschriften an den Miets-
häusern, zu einer
Erinnerungstafel an die durch die Nazis 1941
vernichtete Steinberger Familie
Löwenstein langte die angeblich
christliche Haltung nicht und fehlt
bis in unsere Tage die
menschliche
Größe.
20.3.08/ ergänzt 8.9.2009
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