Mit Kitz zum
Schoppen
Betrachtung über die deutsche Sprachpanschersprache
In der Kleinstadt hat sich ein Unternehmen aufgetan, das als
"Englisch für Kids"
firmiert.
Warum dann nicht gleich richtig ganz englisch, nämlich "English
for Kids"? Ja, hier im
Bückeburgischen ist man sehr weltläufig geworden und damit
das auch jedem bewußt wird,
befleißigt man sich bei jeder Gelegenheit der Amerikanismen.
Vielleicht liegt es an den
vielen
"Events", die den Leuten den Geist so verwirren, daß es ihnen die
deutsche Sprache immer
mehr verschlägt und sie immer mehr durch Amerikanismen
verwässert wird .
Wahrscheinlich weiß schon fast keiner mehr, daß es auch
"Veranstaltungen" wie "Land und
Garten"
geben kann statt des "Events" "Country und Garden", wo die
"Mommie" - man ist
versucht zu sagen "Ricke" - mit ihren Kitzen hingehen kann, um
zusammen mit anderen
"Ladies und Girlies" zu "schoppen".
Wenn sie nicht weiß, was es so alles an "Iwents" gibt, kann sie
einmal zum "Tourist
Center",
auf Gutdeutsch "Verkehrsbüro" gehen. Sie kann aber auch mit
dem "Händie" Mobilfunkgerät
die "Iwentmanagerin" anrufen, diese Veranstaltungsfachfrau kann
dann mal "schecken"
(=überprüfen), was so alles an Veranstaltungen in
Bückeburch anliegt.
Was die "Kids" betrifft: eine
junge Australierin(23) meinte fast entrüstet: "Nein sowas sagen
wir in
Australien nicht, wir sagen wie die Engländer nur "children", Nur
die Amerikaner sagen
"kids." In ihrer Stimme lag dabei etwas
leicht Abschätziges über diese plumpe Verballhornung
des anständigen
traditionellen englischen Wortes durch die Amerikaner? Immerhin sagen
die
Amerikaner
für Mobilfunkgerät jedoch "Cellular (tele-) phone". Auch das
Wort "Mobile" wird
in der englischsprachigen Welt benutzt. "Handy" sagen nur Deutsche.
Also sind wir doch
sprachlich noch nicht total eine amerikanische Kolonie. Oder? Aber ein
Volk von gedanken-
losen Sprachpanschern sind wir schon, denn natürlich soll das
"Event" und die "Eventmanagerin"
dem Ganzen in Schaumschlägermanier einen mondänen Hochglanz
geben.
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