Gründe dafür, das Rintelner
Gefallenendenkmal
unverändert zu lassen

Das Gefallenendenkmal auf dem
Rintelner Kollegienplatz vor der Beschädigung durch verführte
Vandalen
1.
Das Denkmal stand seit 63 Jahren unbeanstandet mit dieser
Inschrift.
2. Eine negative
Wirkung der Inschrift "Klagt nicht - kämpft"
auf die Bevölkerung
war in dieser ganzen Zeit in Rinteln nicht zu erkennen.
2.1 Neonazis sind in Rinteln bedeutungslos und haben in
Rinteln nie eine Rolle gespielt
und das ist bis heute so geblieben: bei der Bundestagswahl am 27.9.2009
wählten
die NPD nur 1,33 Prozent der Wähler!
2.2 Eine
Beeinflussung durch die Inschrift ist nicht nachweisbar: weder
haben
sich die Schulkinder, die Bürger, die Parteien und auch nicht der
Bürgermeister
in ihrer demokratischen und friedlichen Gesinnung von der
Inschrift
beeinflussen lassen. Eine Radikalisierung war in Rinteln nicht
erkennbar.
3. Es
handelt sich um ein zeitgeschichtliches Denkmal. Das bedeutet,
daß man
aus der Inschrift die Denkweise vergangener Generationen erkennen kann.
Es ist die Denkweise, die aus der dem Krieg zugeneigten deutschen
Kaiserzeit
stammt und die auch von den Nazis gutgeheissen wurde. Diese
Denkweise liegt
uns heute fern!
Verständigen Menschen ist das ohne weiteres klar.
Wenn der Spruch "Klagt nicht - kämpft" heute von anderer
Seite provokatorisch
benutzt wird, so ist das verwerflich; es ist aber nicht auf das
Rintelner Denkmal
zurückzuführen. Unter denkmalpflegerischen Aspekten
muß der Gedenkstein
unbedingt
in seiner historischen Form erhalten bleiben.
4. Auf
den Zusammenhang der Inschrift mit zwei verheerenden Kriegen
wird durch
die Jahreszahlen deutlich hingewiesen.
5. Historische
Zeugnisse - wie das Denkmal mit seiner Inschrift -
müssen in ihrer
ursprünglichen Form erhalten bleiben, damit man die
Denkweise der damaligen Zeit
und die negative politische Gesinnung auch jederzeit vor Augen hat und
auf sie
hinweisen kann. Andernfalls können solche Sprüche wieder
gedankenlos
von politischen Verführern benutzt werden und Wirkung zeigen.
6.
Der Gedenkstein ist ein Kriegerdenkmal *. Wer daran rührt,
beleidigt die toten
Soldaten, die weiß Gott längst nicht alle freiwillig in die
beiden Kriege gezogen
sind. Diese Soldaten waren gezwungen zu kämpfen ohne zu klagen.
7.
Die Menschen, die Angehörige in den beiden Kriegen
verloren haben, auf die das
Kriegerdenkmal hinweist, fühlen sich durch den Aufstand, der
urplötzlich um
das Denkmal gemacht wird, verletzt und abgestoßen.
Dr. Gerhard Wegener
______________________
* Der
Gedenkstein
geht auf den 1922
gefaßten Plan
des Vereins ehemaliger Schüler des
Gymnasiums zurück,
ein Denkmal für ihre im 1.Weltkrieg gefallenen109
Mitschüler
zu errichten.
Im Sommer 2010 wurde die folgende Erläuterungstafel in den
Gedenkstein eingelassen:

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