Eine Ergänzung zum Rintelner Denkmalstreit
Aus gegebenem Anlaß soll hier nochmal eine späte
Ergänzung
zum Rintelner Denkmalstreit von 2008 erfolgen. Es handelt sich
um meine Antwort auf einen Brief vom 6.10.2011 von jemanden,
der damals das Rintelner
Gefallenendenkmal beseitigt oder verändert
wissen wollte:
Rinteln, 7. Oktober
2011
Hallo,
Herr .....................
Warum alles verschwinden lassen? Wenn alle Zeugnisse aus der Zeit der
Nazis
verschwinden, dann ist es letztendlich so, als hätte es den
Nationalsozialismus
nicht gegeben. Und einen Gedenkstein durch Ausmerzungen oder
gleichgroße
Ergänzungen umzumodeln, bedeutet eine schulmeisterliche
Verfälschung.
Nazihinterlassenschaften halten schließlich die Erinnerung wach
an diese
fatale und blödsinnige Verirrung der damaligen deutschen
Gesellschaft. Man
braucht Anschauungsmaterial. Herr Gelderblom in Hameln z. B. denkt auch
so,
teilte er mir mit, und setzt sich dafür ein, daß das
Gelände der sog. Reichs-
erntedankfeste am Bückeberg(bei Kirchohsen/Emmerthal) in alter
Form erhalten bleibt.
Warum diese absurde fanatische Bereinigungssucht von manchen Seiten
hierzulande?
Offenbar weil man annimmt, die Dinge bedeuteten eine Verherrlichung
oder durch
Nazihinterlassenschaften könne neues Unheil entstehen?! Das sind
ziemlich absurde
mechanistische Deutungs- bzw. Wirkungshypothesen.
Wenn ich und andere in Rinteln - Sie haben es ja an den
Leserbriefen damals
erkennen können - keine kleinkarierte
Bilderstürmerei mögen, dann bedeutet
das ja nicht, daß man noch Geschmack an den Nazis findet. Auch
ich und meine
Verwandten sind schließlich durch die Machenschaften der
verfluchten Nazis
in mehrfacher Hinsicht geschädigt worden. Niemand in meiner Sippe
war
Parteimitglied, keiner wollte in den Krieg, aber drei starben durch den
Krieg.
Deutsche können offenbar nicht genug davon kriegen, auch nach 65
Jahren noch
in der unappetitlichen Nazischeisse zu wühlen(einer
wollte sogar
noch an den
Stein urinieren usw. lassen, wie wir wissen). (<
klicken) Andere Nationen machen
das
nicht, die beseitigen nicht einmal die Denkmäler von
Menschheitsverbrechern.
Es gibt viele Beispiele dafür, ich nenne nur wenige:
Napoleon, der viele zehntausend Menschen auf dem Gewissen hat(auch
Deutsche,
siehe die Gedenksäule auf dem Münchener Karolinenplatz),
liegt ehrenvoll im
Invalidendom. Der britische Verbrecher Lord Kitchener, der
mörderische
Konzentrationlager für die Buren erfand und die verbrannte Erde
praktizierte
sowie die Kriegsverbrecher an unschuldigen deutschen Kindern und Frauen,
Churchill und Bomber-Harris, werden mit Denkmälern usw. geehrt.
Und was ist
mit den spanischen und portugiesischen Menschheitsverbrechern, die in
Südamerika mehr als 50 Millionen Indios auf dem Gewissen haben? Da
geht
keiner deswegen in Sack und Asche usw.
Sichtbare nationalistische Zeugnisse finden Sie in anderen Ländern
in großer
Zahl!
Wir Lebenden sind und waren keine Nazis und schuldlos an deren
Verbrechen.
Und eine Wiederholung des Nazitums erscheint ausgeschlossen. Wenn die
von
der verbohrten 68er Generation von Studienräten(von der Firma
Abendroth,
Marcuse & Co. geeimpft) beeinflußten Jahrgänge der
Zeitungs-Werner GmbH usw.
weiter in der Nazischeisse herumwühlen und uns weiter diesen Dreck
unter die
Nase halten wollen, dann können wir diese fanatischen Langweiler
nicht daran
hindern aber unsere Abneigung ist ihnen gewiß.
Natürlich wird sowas von ausländischen
Mächten(Publizisten usw.) gern
gesehen und auch gefördert, damit die Deutschen ständig ein
schlechtes
Gewissen haben, damit man von Ihren und meinen Kindern und Kindeskindern
forthin und auch in 50 Jahren bei jeder Gelegenheit noch reichlich
Ablaß
kassieren kann.
Warum sind Sie denn so streng mit Breker? [wegen der Kritik des
betreffenden
Briefschreibers am "Glasbläserbrunnen a la Arno Breker von
1939" neben der
Rintelner Nikolaikirche. Breker hatte bildhauerische Werke auch
für die Nazis geschaffen.
Die Glasbläserfigur in Rinteln ist natürlich nicht von
Breker, sondern für den zur Radikal-
beseitigung tendierenden Briefschreiber nur Breker stilähnlich!]
Ich habe keine Vorliebe für ihn, aber der hatte und hat immer noch
Freunde,
besonders in Frankreich. Immerhin war er ein Künstler und geirrt
haben sich damals viele.
Und wer weiß, wie viele Pharisäer von heute sich auch geirrt
hätten.
Mit freundlichen Grüssen