Inhalt: Allgemeine Charakteristik von Bad Eilsen
Die geographische Einordnung Bad
Eilsens
Die Historie des Badeortes und
seiner
Baulichkeiten
Der ehemalige "Waldhof" und die Gräber am Waldrand
Der Harrl, Bad Eilsens Hausberg
Die Verkehrsanbindung Bad Eilsens
Der Kurpark
Ein Problemfall im Kurparks
Friedrich Witte, Erfinder der Sparkasse
Alte Bilder von Bad Eilsen
Die farbigen Begriffe
sind Links und führen zu
Erläuterungen. Bitte darauf klicken!
Bad Eilsen ist ein schön gelegener Ort
mit einem wunderschönen Kurpark
und sehr schönen
neoklassizistischen großen Kurgebäuden.
Als Badeort hatte Bad
Eilsen seine große Zeit von etwa 1800 bis zum
Ausbruch des unseligen
2.Weltkriegs. Es war früher ein Kurort besonders des
Adels, da damals
sämtliche Badeeinrichtungen, die großen Hotels und der Kurpark
den Grafen(damals
"Fürsten" geheißen) von Schaumburg Lippe in Bückeburg gehörte.
Heute
ist Bad Eilsen leider etwas heruntergekommen, denn in Zeiten
der neoliberalistischen
Politik der herrschenden Politikerkaste in Berlin
wurde das Kurkino geschlossen und finden keine Kurkonzerte mehr statt.
Die LVA,
die Betreiberin des Kurbades, sah sich wohl zu diesen Einsparungen
genötigt. Alles eine Folge der
unsozialen Politik der Bundesregierung!
Auch stehen einige der schönen großen Kurgebäude seit einigen
Jahren leer
um den Kurpark herum
und vor dem früheren, heute zweckentfremdeten,
Anmeldegebäude für
die Kurgäste,
mit klassischer Säulen-Loggia, hat der
inzwischen, nach vollbrachter Untat, ausgeschiedene
frühere CDU-Bürgermeister
den Kurpark verunstaltet.
Sieht man davon ab, ist der Kurpark aber immer
noch schön.
Der Kurpark wurde vor
einigen Jahren von der LVA Hannover,
Braunschweig für den symbolischen
Kaufpreis von 1 Euro an
die Gemeinde Bad
Eilsen
übertragen; diese hält den Kurpark
bislang gut in
Schuß.
Die geographische
Einordnung Bad Eilsens
Bad Eilsen, ein sehr idyllischer stiller kleiner Badeort,
liegt zwischen dem Harrl (213 m), dem kleinen Gebirgszug,
der sich im Westen Bad Eilsens bis zum ca. vier km
entfernten Bückeburg erstreckt und den östlich
von Bad Eilsen liegenden Bückebergen (367 m), die bis in
den Bad Nenndorfer Raum nach Beckedorf reichen.
Die umgebende Landschaft jedoch ist zersiedelt, wie die folgenden Bilder zeigen:
Mitte links der Harrl, rechts Bad Eilsen, im Vordergrund
Luhden 3.10.06
Blick über die südlich von Bad Eilsen(rechts Mitte) vorbeiführende
A2 auf den Harrl 3.10.06
Blick über die A2 auf die östlich von Bad Eilsen liegenden Bückeberge
3.10.06
Für
alte Bilder von Bad Eilsen in seiner Umgebung bitte hier klicken!
Die Historie des Badeortes und seiner
Baulichkeiten
Die Schwefelquellen Bad Eilsens wurden schon im
Mittelalter und
wahrscheinlich früher (vor der Römerzeit) als Heilquellen genutzt.
Das Dorf am
Harrl wurde schon 1033 unter dem Namen Eildissum erwähnt,
1189 hieß es Eildassen, 1277 Eylezhusen, 1511 Eilssen, 1808 Eilzen.
Über viele Jahrhunderte nutzten die Einwohner ihr
"Schnüffelwater", wie es genannt wurde, zur Linderung
von
Gicht, Rheuma und Hauterkrankungen.
1794 fasste die tüchtige Gräfin
Juliane zu Schaumburg-Lippe (ein heller Stern
am ansonsten eher gräulichen Himmel der Bückeburger Grafenfamilie
derer
zu Schaumburg-Lippe) den Entschluss, Eilsen zum Kurbad zu
machen.
Sie kaufte deshalb in den Jahren 1798-99 23 Morgen Land im
Quellbereich
von den Bauern, ließ
die Quellen fassen und begann 1794 damit, das Heilbad
in Bad Eilsen einzurichten.
Nach ihrem zu frühen Tod mit 38 Jahren, am 9.11.1799, und der
dadurch
einge-
tretenen Verzögerung wurde der Ausbau des
Ortes zu einem Heilbad von ihrem
Sohn Georg Wilhelm bzw. dessen Vormund(Graf v.
Wallmoden-Gimborn)
fortgeführt: 1802 entstand ein kleines Badehaus in
Bad Eilsen.
Die Eröffnung des Bades erfolgte dann am 5. Juni 1802.
In den
folgenden Jahren wurden die Bade- und Logiereinrichtungen
laufend erweitert:
Anton
Wilhelm Strack: Eilsen von der Morgenseite*, 1810
* = von Osten gesehen, mit dem Wesergebirge(das
linke große Gebäude ist das
Georg-Wilhelm-Haus von 1808/09,
das heute
noch so vorhanden ist, von der
LVA bis 2004 als Bettenhaus genutzt wurde
und seitdem leer steht, s.u.!
Die lange Harrl-Allee zum Harrl
hinauf ist ebenfalls noch vorhanden.)
Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Bad
Eilsen dann zu einem
beliebten Modebad. Die Güte
der Quellen und die Heilerfolge waren denen
des hessischen bzw. nach 1866 preussischen nahegelegenen Bad Nenndorf
zumindest ebenbürtig.
Der besondere Charme von Bad Eilsen liegt darin, daß sich
alle wichtigen
Kurgebäude um den schönen Park herum gruppieren und so die schönen
Kureinrichtungen und der Kurpark eine harmonische Einheit bilden.
Eine solche schöne Geschlossenheit ist bei keinem der anderen Badeorte
der
Umgebung gegeben, weder bei Bad Nenndorf noch bei Bad Oeynhausen und
Bad Salzuflen usw.
Das älteste Kurgebäude am Bad
Eilser Kurpark ist das Georg Wilhelm-Haus,
das 1808-1809(s. auf dem obigen Bild das Gebäude ganz links!)
entstand und
ursprünglich "Grosses Logierhaus" genannt wurde:
Das
Georg Wilhelm-Haus von 1809
13.5.07
Bis zur Eröffnung des neuen großen Bettenhauses im
Nordteil des Kurbezirks
im Mai 2005 waren auch in den Zimmern des Georg Wilhelm-Hauses Kurgäste
untergebracht. Seitdem steht das Georg Wilhelm-Haus leer.
Im Frühjahr 2008 gab es private Pläne, in dem
Gebäude eine Kosmetikschule
zu eröffnen, die jedoch im Herbst 2008 wahrscheinlich wegen
Kapitalmangel
der Interessenten wieder aufgegeben wurden.
Im August 2010 verkündete der
Niedersächsische Finanzminister Möllring
im Kursaal
(klicken) bei der Vereidigung von Steueranwärtern, das Land
Niedersachsen würde das Georg Wilhelm-Haus kaufen für die Erweiterung
der staatlichen Steuerakademie in Bad Eilsen. Ende März 2011
verkaufte
dann die Eigentümerin, die "Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-
Hannover", das Gebäude an das Land Niedersachsen. Das Georg
Wilhelm-Haus
wird saniert und umgebaut und soll ab
Frühjahr 2012 der Steuerakademie als
Wohn- und Unterrichtsgebäude für ca. 70
Studierende zur Verfügung stehen.

Nach dem Krieg ging es 1918 mit der Eröffnung des "Fürstenhofs",
eines
der schönsten und elegantesten Hotels seiner Zeit, weiter voran:
Der
"Fürstenhof",
Eingangsseite
22.4.07

Der "Fürstenhof",
Parkseite
10.9.06
Ebenfalls 1918 eröffnet wurden das Kurmittelhaus
und das Badehotel:

Das
Kurmittelhaus
10.9.06

Das
Badehotel steht seit Herbst 2007 zum
Verkauf
10.9.06
Das Badehotel wie auch das historische Georg
Wilhelm-Haus(s.o.) werden von
der LVA aufgegeben, um den gewachsenen Ansprüchen der Kurgäste
zu genügen.
Die Knurrgäste wollen nämlich von ihrem Zimmer aus, ohne das Haus
verlassen
zu müssen, zur Behandlung gehen. Deshalb wurde mit Millionenaufwand ein
neues
großes Bettenhaus gebaut. Der Fürstenhof(s.o) war durch die Wandelhalle
schon
immer mit dem Kurmittelhaus, dessen modernem Anbau und dem Hallenbad
verbunden. Heute ist das auch für das große neue Bettenhaus der Fall.
Das Georg Wilhelm-Haus und das Badehotel blieben außen vor, werden
für die Unterbringung der Knurrgäste nun nicht mehr gebraucht und werden
deshalb abgestoßen. Der zukünftige Verwendungszweck dieser Gebäude ist
nicht geklärt. Im Winter 2010 stehen die Gebäude immer noch leer und
verwaist da.
Auch die Wandelhalle, die den "Fürstenhof" mit dem
Kurmittelhaus verbindet,
stammt von 1918:
Die Wandelhalle mit dem
Baumgarten
10.9.06
Die Wandelhalle wurde vor einigen Jahren durch die
LVA
auch innen sehr geschmackvoll gestaltet:

Die
Wandelhalle
10.9.06

In
der
Wandelhalle
12.5.07

In der
Wandelhalle
10.9.06





Der Harrl, Bad Eilsens
Hausberg
Das kleine Gebirge Harrl erstreckt sich auf ca. vier
Kilometer Länge zwischen
Bad Eilsen und Bückeburg. Er ist 211 m hoch(beim Idaturm) und
mit Mischwald
(überwiegend Laubwald) bestanden
Der Harrl bietet schöne Wanderwege. Man kann
entweder auf gleichbleibendem
Niveau den "Südweg" nehmen oder auch über den Kammweg
beim Idaturm nach
Bückeburg
wandern. Auch an der Nordseite, oberhalb des Dorfes Ahnsen,
gibt es
einen
Wanderweg nach Bückeburg, der ohne erhebliche Steigungen
ist.
Der Harrl hat an der Nordseite einige alte Steinbruchgruben.
In einem wurde vor
Jahren einmal vergeblich nach dem berühmten Bernsteinzimmer aus
St. Petersburg gesucht. An der Ostseite gibt es alte Stollen,
die von der Flugzeug-
firma Focke-Wulf im 2. Weltkrieg z. B. zur Aufbewahrung von
Konstruktions-
zeichnungen benutzt wurden. An der Nordost-Ecke des Harrl, wo
es in das Dorf
Ahnsen hinuntergeht wurde früher bis kurz nach dem Kriege in
Stollen Kohle
abgebaut.
Ausblicke in die Landschaft sind
auf den Wegen im Harrl
allerdings durch den
hochgewachsenen Baumbestand rar geworden.
Einen marginalen Talblick vom östlichen Teil des
Harrl-Kammwegs gibt es in
der Nähe des alten Steinernen Tischs:

Blick vom Harrl-Kammweg nach
Heeßen u. zum Wesergebirge
27.9.09

Der alte steinerne Tisch am östlichen
Harrl-Kammweg 27.9.09

Viele Kurgäste und Wanderer ritzten auf dem Tisch vor vielen
Jahren mit Fleiß ihre Namen ein
27.9.09
Die
Verkehrsanbindung Bad Eilsens
Bad
Eilsen bekam 1918 einen eigenen Bahnhof
"Kurhaus" für die
Kleinbahnstrecke Bad Eilsen -
Bückeburg der "Bad Eilsener
Kleinbahn", dem sogenannten - bitte klicken: "Eilser Minchen".
Diese Kleinbahnlinie endete in Bückeburg an der Staatsbahnlinie
Dortmund - Hannover - Berlin, sodaß eine günstige Verkehrsanbindung
bestand.

Bahnhof "Bad Eilsen Kurhaus" mit dem "Eilser
Minchen", Foto: H. Teuchert ( vor 1965 )
(Im Hintergrund sieht man den Nordosthang des Harrl)
Der abgebildete Bahnhof "Bad Eilsen Kurhaus"
brannte im November 1963 ab,
an seiner Stelle wurde ein reichlich nüchterner neuer Bahnhof
errichtet, der heute
zweckentfremdet dort noch steht. Der neue Bahnhof "Bad
Eilsen Kurhaus" wurde
am 22. Januar 1966 eingeweiht, aber am 21. Mai des gleichen
Jahres 1966 wurde
die Bahnlinie eingestellt, was zu Gelächter in ganz Deutschland
führte!
Die Strecke begann auf dem Bahnhofsvorplatz der Staatsbahn
in Bückeburg.
Dann berührte sie die Bahnhöfe "Bückeburg Ost", Ahnsen,
Wilhelmshöhe
und
endete knapp einen km hinter dem Bahnhof "Bad Eilsen Kurhaus"(s.
Bild oben)
beim Bahnhof "Bad Eilsen Nord", wo sie mit der Kleinbahnlinie
der
"Rinteln-Stadthagener
Eisenbahn" zusammentraf:
Die Kleinbahnlinie der "Rinteln-
Stadthagener Eisenbahn": Rinteln - Bad Eilsen -
Obernkirchen - Stadthagen, mit dem Bahnhof "Bad Eilsen
Nord" gab es schon seit
1900. Diese Bahn ist heute nur noch Museumsbahn.
1939 kam der Anschluß an die Reichsautobahn.
Die BAB Anschlußstellen sind
"Bad Eilsen West" und aus Richtung Hannover auch "Bad Eilsen Ost".
Bad Eilsen hat einen sehr schönen
Kurpark, mit vielen schönen Bäumen:
Im
Kurpark
12.5.07
Im schönen
Kurpark
10.9.06
Musikgarten im Kurpark, rechts das Georg Wilhelm-Haus
13.5.07
Früher, d.h. bis in die
1990-er Jahre, fanden hier täglich
Kurkonzerte
statt, aber
in der reichen deutschen Gesellschaft mit ihrem unsozialen Einsparwahn
durch die herrschende kulturvergessende Politiker-Kaste, hat man
diese
schöne kulturelle Entspannungs-Möglichkeit den leidenden
Badegästen weggenommen.
So etwas gibt es für "Malocher" nicht mehr, aber für verwöhnte Reiche,
z.B.
in Bad Pyrmont, gibt es das natürlich immer noch.
Die
Aue durchfließt den
Kurpark
12.4.07

Die Aue fließt 50 m unterirdisch durch
Tuffstein
12.4.07
Vom Kurpark aus - beginnend
beim Säulenrondell mit einer der Schwefelquellen -
verläuft die schöne Harrlallee (Lindenbäume) bis zum Waldrand
des Harrl:
Die
Harrlallee (Blickrichtung zum Kurpark
hinab)
4.3.07
Die Linden der Harrlallee wurden 1808 gepflanzt!
Das
Säulenrondell mit dem
Tuffsteinbrunnen(Schwefelquelle)
12.4.07
Der Tuffsteinbrunnen
sprudelt noch munter, aber ab Herbst 2009 wird er
wahrscheinlich wegen Sanierung für einige Monate abgestellt!
Der Julianenbrunnen
13.5.07
Im August 2009
hat man den Julianenbrunnen nach langem Stillstand
endlich wieder zum Sprudeln gebracht!
Der
Georgenbrunnen
13.5.07
Seit vielen Jahren ist das
hübsche Brunnenhäuschen leider verschlossen und
das schwefelhaltige Quellwasser wird in die daneben fließende Aue geleitet.
Der Kurpark ging im Jahre 2006 von der
LVA für den symbolischen Kaufpreis
von einem Euro an die Gemeinde Bad Eilsen über, was - wie
im folgenden
geschildert - schon ungünstige Folgen für den Kurpark hatte:
Wahrscheinlich fiel er auf einen
drittklassigen Gartenplaner herein und entbehrt
des ästhetischen Urteilsvermögens sowohl wie der kommunalpolitischen
Sensibilität.
Wie auch immer. Jedenfalls ließ der Eilser Bürgermeister Horst
Rinne (CDU)
in einer Art kommunalem Handstreichverfahren im Frühling 2007
neben der
Harrlallee im Kurpark mit Felsbrocken aus dem Messingberg ein sog.
Alpinum
anlegen, einen unförmigen Erd- und Steinhaufenwulst,
der an diese exponierte
Stelle nicht paßt und als Fremdkörper die Harmonie des
Parks stört:
Neu:
Ein
unförmiger Steinhaufen im Bad Eilser Kurpark
9.11.2007
Durch seine Dimensionen und
unmittelbare Nähe erschlägt
der Steinhaufen optisch das
zierliche historische Gebäude
dahinter, das früher als Patientenannahme diente.
Kaum hat also die Gemeinde Bad
Eilsen den Kurpark in
ihrem Besitz, fängt der Bürgermeister an, im Park herum
zu rumpumpeln als sei er auf seiner Spielwiese. Wahrschein-
lich hätte er den Haufen am liebsten vor seinem Haus gehabt,
aber da er dann
nicht mehr die Haustür öffnen kann, hat er
ihn in gutsherrenartiger Machtvollkommenheit einfach
in "seinen" Kurpark werfen lassen. So hat er sich dort nun
sein Denk- und Schandmal
geschaffen. Zum 31.12.2008 nun
will der Bürgermeister Horst Rinne sein Amt niederlegen.
Sehr gut, dann kann er jeden Tag einen Spaziergang in den
Bad Eilsener Kurpark unternehmen und sein Schandmal
betrachten:

Friedrich Witte, Erfinder der Sparkasse
Bad Eilsen war und ist jedoch nicht ohne Menschen mit Weitblick
und
Urteilsvermögen, ein solcher Mensch war im sozialökonomischen Bereich
der Eilsener Friedrich Witte.
Das
ältestes Privathaus in Bad Eilsen(von
1818)
13.5.07
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