Bad Eilsen

Inhalt:    Allgemeine Charakteristik von Bad Eilsen

                 Die geographische Einordnung Bad Eilsens

                 Die Historie des Badeortes und seiner Baulichkeiten

                 Der ehemalige "Waldhof" und die Gräber am Waldrand

                 Der Harrl, Bad Eilsens Hausberg

                 Die Verkehrsanbindung Bad Eilsens

                 Der Kurpark

                 Ein Problemfall im Kurparks

                 Friedrich Witte, Erfinder der Sparkasse


              Alte Bilder von Bad Eilsen

Die farbigen Begriffe sind Links und führen zu Erläuterungen. Bitte darauf klicken!


  Bad Eilsen ist ein schön gelegener Ort mit einem wunderschönen Kurpark
           und sehr schönen neoklassizistischen großen Kurgebäuden.
           
         Als Badeort hatte Bad Eilsen seine große Zeit von etwa 1800 bis zum
         Ausbruch des unseligen 2.Weltkriegs. Es war früher ein Kurort besonders des
         Adels, da damals sämtliche Badeeinrichtungen, die großen Hotels und der Kurpark       
          
den Grafen(damals "Fürsten" geheißen) von Schaumburg Lippe in Bückeburg gehörte.  

           Heute ist Bad Eilsen leider etwas heruntergekommen, denn in Zeiten
         der
neoliberalistischen Politik der herrschenden Politikerkaste in Berlin

         wurde das Kurkino geschlossen und finden keine Kurkonzerte mehr statt.
         Die LVA, die Betreiberin des Kurbades, sah sich wohl zu diesen Einsparungen
         genötigt. Alles eine Folge der unsozialen Politik der Bundesregierung! 
                      

         Auch stehen einige der schönen großen Kurgebäude seit einigen Jahren leer
         um den Kurpark herum und vor dem früheren, heute zweckentfremdeten,
         Anmeldegebäude
für die Kurgäste, mit klassischer Säulen-Loggia, hat der
         inzwischen, nach vollbrachter Untat, ausgeschiedene frühere CDU-Bürgermeister
         den Kurpark verunstaltet.

         Sieht man davon ab, ist der Kurpark aber immer noch schön.
         Der Kurpark wurde vor einigen Jahren von der LVA Hannover,
         Braunschweig für den symbolischen Kaufpreis von 1 Euro an
         die Gemeinde Bad Eilsen übertragen; diese hält den Kurpark
         bislang gut in Schuß.
        

 


 Die geographische Einordnung Bad Eilsens

Bad Eilsen, ein sehr idyllischer stiller kleiner Badeort,
liegt zwischen dem Harrl (213 m), dem kleinen Gebirgszug,
der sich im Westen Bad Eilsens bis zum ca. vier km
entfernten Bückeburg erstreckt und den östlich
von Bad Eilsen liegenden Bückebergen (367 m), die bis in
den Bad Nenndorfer Raum nach Beckedorf reichen.

Die umgebende Landschaft jedoch ist zersiedelt, wie die folgenden Bilder zeigen:

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             Mitte links der Harrl, rechts Bad Eilsen, im Vordergrund Luhden          3.10.06


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Blick über die südlich von Bad Eilsen(rechts Mitte) vorbeiführende A2 auf den Harrl  
3.10.06  

         
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Blick über die A2 auf die östlich von Bad Eilsen liegenden Bückeberge 
3.10.06


     Für alte Bilder von Bad Eilsen in seiner Umgebung bitte hier klicken!



    Die Historie des Badeortes und seiner Baulichkeiten

Die Schwefelquellen  Bad Eilsens wurden schon im Mittelalter und
wahrscheinlich früher (vor der Römerzeit) als Heilquellen genutzt.

Das Dorf am Harrl wurde schon 1033 unter dem Namen Eildissum erwähnt,
1189 hieß es Eildassen, 1277 Eylezhusen, 1511 Eilssen, 1808 Eilzen.

Über viele Jahrhunderte nutzten die Einwohner ihr
"Schnüffelwater", wie es genannt wurde, zur Linderung
von  Gicht, Rheuma und Hauterkrankungen.

1794 fasste die tüchtige Gräfin Juliane zu Schaumburg-Lippe (ein heller Stern
am ansonsten eher gräulichen Himmel der Bückeburger Grafenfamilie derer
zu Schaumburg-Lippe) den Entschluss, Eilsen zum Kurbad zu machen.
Sie kaufte deshalb in den Jahren 1798-99  23 Morgen Land im Quellbereich
von den Bauern, ließ die Quellen fassen und begann 1794 damit, das Heilbad
in Bad Eilsen einzurichten.

Nach ihrem zu frühen Tod mit 38 Jahren, am 9.11.1799, und der dadurch einge-
tretenen Verzögerung wurde der Ausbau des Ortes zu einem Heilbad von ihrem
Sohn Georg Wilhelm bzw. dessen Vormund(Graf v. Wallmoden-Gimborn)
fortgeführt: 1802 entstand ein kleines Badehaus in Bad Eilsen.
Die Eröffnung des Bades erfolgte dann am 5. Juni 1802.

In den folgenden Jahren wurden die Bade- und Logiereinrichtungen
laufend erweitert:

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           Anton Wilhelm Strack: Eilsen von der Morgenseite*, 1810

* = von Osten gesehen, mit dem Wesergebirge(das linke große Gebäude ist das
      Georg-Wilhelm-Haus von 1808/09, das heute noch so vorhanden ist, von der
      LVA bis 2004 als Bettenhaus genutzt wurde und seitdem leer steht, s.u.!
      Die lange Harrl-Allee zum Harrl hinauf ist ebenfalls noch vorhanden.)

Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Bad Eilsen dann zu einem
beliebten Modebad. Die Güte der Quellen und die Heilerfolge waren denen
des hessischen bzw. nach 1866 preussischen nahegelegenen Bad Nenndorf
zumindest ebenbürtig.

Der besondere Charme von Bad Eilsen liegt darin, daß sich alle wichtigen
Kurgebäude um den schönen Park herum gruppieren und so die schönen
Kureinrichtungen und der Kurpark eine harmonische Einheit bilden.

Eine solche schöne Geschlossenheit ist bei keinem der anderen Badeorte der
Umgebung gegeben, weder bei Bad Nenndorf noch bei Bad Oeynhausen und
Bad Salzuflen usw.

Das älteste Kurgebäude am Bad Eilser Kurpark ist das Georg Wilhelm-Haus,
das 1808-1809(s. auf dem obigen Bild das Gebäude ganz links!) entstand und
ursprünglich "Grosses Logierhaus" genannt wurde:

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                              Das Georg Wilhelm-Haus von 1809                          13.5.07

Bis zur Eröffnung des neuen großen Bettenhauses im Nordteil des Kurbezirks
im Mai 2005 waren auch in den Zimmern des Georg Wilhelm-Hauses Kurgäste
untergebracht. Seitdem steht das Georg Wilhelm-Haus leer.

Im Frühjahr 2008 gab es private Pläne, in dem Gebäude eine Kosmetikschule
zu eröffnen, die jedoch im Herbst 2008 wahrscheinlich wegen Kapitalmangel
der Interessenten wieder aufgegeben wurden.

Im August 2010 verkündete der Niedersächsische Finanzminister Möllring
im Kursaal (klicken) bei der Vereidigung von Steueranwärtern, das Land
Niedersachsen würde das Georg Wilhelm-Haus kaufen für die Erweiterung
der staatlichen Steuerakademie in Bad Eilsen. Ende März 2011 verkaufte
dann die Eigentümerin, die "Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-
Hannover", das Gebäude an das Land Niedersachsen. Das Georg Wilhelm-Haus
wird saniert und umgebaut und soll ab Frühjahr 2012 der Steuerakademie als
Wohn- und Unterrichtsgebäude für ca. 70 Studierende
zur Verfügung stehen.

Der fürstliche Kurort zog eine Reihe prominenter Gäste an, z.B. Clara Schumann
(die Frau auf dem früheren 100 DM-Schein!), 
Franz Liszt(mehrmals in den Jahren
1849 bis 1851), Richard Tauber, Hermann Löns und Gerhart Hauptmann (ab 1928):

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                Gerhart Hauptmann, Literatur-Nobelpreisträger
                von 1912, mit seiner Frau Margarete am Julianen-
                brunnen im Kurpark

Nach dem Krieg ging es 1918 mit der Eröffnung des "Fürstenhofs", eines
der schönsten und elegantesten Hotels seiner Zeit, weiter voran:

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                           Der "Fürstenhof", Eingangsseite                                    22.4.07


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                            Der "Fürstenhof", Parkseite                                           10.9.06


Ebenfalls 1918 eröffnet wurden das Kurmittelhaus und das Badehotel:

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Das Kurmittelhaus                                                10.9.06

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                          Das Badehotel steht seit Herbst 2007 zum Verkauf             10.9.06

Das Badehotel wie auch das historische Georg Wilhelm-Haus(s.o.) werden von
der LVA aufgegeben, um den gewachsenen Ansprüchen der Kurgäste zu genügen.
Die Knurrgäste wollen nämlich von ihrem Zimmer aus, ohne das Haus verlassen
zu müssen, zur Behandlung gehen. Deshalb wurde mit Millionenaufwand ein neues
großes Bettenhaus gebaut. Der Fürstenhof(s.o) war durch die Wandelhalle schon
immer mit dem Kurmittelhaus, dessen modernem Anbau und dem Hallenbad
verbunden. Heute ist das auch für das große neue Bettenhaus der Fall.
Das Georg Wilhelm-Haus und das Badehotel blieben außen vor, werden
für die Unterbringung der Knurrgäste nun nicht mehr gebraucht und werden
deshalb abgestoßen. Der zukünftige Verwendungszweck dieser Gebäude ist
nicht geklärt. Im Winter 2010 stehen die Gebäude immer noch leer und
verwaist da.


Auch die Wandelhalle, die den "Fürstenhof" mit dem Kurmittelhaus verbindet,
stammt von 1918:

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                      Die Wandelhalle mit dem Baumgarten                              10.9.06

Es gibt in der Wandelhalle ein kleines Café, ein Lädchen mit Zeitungen/
Zeitschriften/Ansichtskarten/Süßigkeiten usw. Im Café stehen Rechner
für den Internetzugang für die Kurgäste zur Verfügung.

Die Wandelhalle wurde vor einigen Jahren durch die LVA 
auch innen sehr geschmackvoll gestaltet:

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                                 Die Wandelhalle                              10.9.06            

In der Wandelhalle finden das ganze Jahr über Kunstausstell-
ungen
statt,
die dank der lobenswerten Initiative von Dr. Kressin
(inzwischen leider pensioniert!) von der LVA mehrmals im Jahr
erneuert werden.

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                             In der Wandelhalle                            12.5.07


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                                In der Wandelhalle                           10.9.06

1934 fand die Weltwirtschaftskonferenz in Bad Eilsen statt.

1941 vermietete der Eigentümer Wolrad Prinz zu Schaumburg-Lippe*
ein Nazi, die großen Hotels, den Kurpark und die sonstigen Bade-
einrichtungen an die Firma Flugzeugwerke Focke-Wulf aus Bremen, die
hinfort hier Flugzeuge für die Reichsluftwaffe konstruieren ließ.
Im Kurpark wurden Holzbaracken für Konstruktionsbüros aufgestellt.
Die Angestellten mit ihren Familien wurden in den Hotels und Pensionen
von Bad Eilsen und dem nahen damaligen Luftkurort Steinbergen einquartiert.
_____________

* Wer sich für wunde Punkte in der Bückeburger Grafenfamilie
   derer zu Schaumburg Lippe interessiert, denen die Badeeinrichtungen
   von Bad Eilsen nebst den großen Hotels bis zu deren Verkauf an die
   Sozialversicherungsträger von Berlin und Hannover im Jahre 1955
   gehörten, der sei auf den folgenden Link zu der Internetveröffent-
   lichung des Buches von Alexander v. Hofe hingewiesen, einem
   schlecht weggekommenen Verwandten des amtierenden Familien-
   oberhaupts des "Hauses Schaumburg-Lippe", nämlich des Alexander
   Prinz zu Schaumburg-Lippe, der sich gerne "Fürst" nennen läßt
  
   "Vier Prinzen zu Schaumburg-Lippe und das parallele Unrechtssystem".

   Der Fürstentitel ist seit 1919 gesetzlich abgeschafft! Der letzte aus der
   Familie derer zu Schaumburg-Lippe in Bückeburg, der den Fürstentitel
   noch rechtmäßig tragen durfte, war Adolf Fürst zu Schaumburg-Lippe,
   der große Bauten in Bad Eilsen, z.B. den "Fürstenhof", errichten ließ
   und auf dessen Initiative auch die elektrische Kleinbahnstrecke des sog.
    "Eilser Minchen" vom Bückeburger Reichsbahnhof nach Bad Eilsen
   gebaut wurde. Außerdem verkaufte er das gesamte Gelände am Harrl,
   oberhalb der Kuranlagen, wo sich jetzt das alte Villenviertel befindet
   an wohlhabende Bauherren, damit sie dort schöne Pensionen und
   Wohnhäuser bauen liessen.
  
   In Bückeburg sitzt im Schloß noch ein Großneffe von Adolf, nämlich
   der oben erwähnte Alexander Prinz zu Schaumburg-Lippe, der sich
   "Fürst" nennen läßt, womit er aber Etikettenschwindel betreibt aus
   Prestige-und Werbegründen;
(bitte klicken!) denn der Fürsten-Titel
   ist ja seit 1919 laut Gesetz in Deutschland abgeschafft. Wir haben es
   hier sozusagen mit dem Schaumburger Operettentheater zu tun, da
   läßt man sich "Durchlaucht" und "Fürst" nennen. Und viele Schaumburger
   sind auch noch immer unterwürfige Hofschranzen und spielen beflissen mit.
   

   Adolf Fürst zu Schaumburg-Lippe kam 1936 unter undurchsichtigen
   Umständen in Mexiko bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Er war
   unbeliebt bei den Nazis und einem Teil seiner adligen Verwandten;
   vielleicht wurde deshalb durch Attentäter für seinen tötlichen Flugzeug-
   absturz gesorgt(für weitere Einzelheiten: bitte auf den folgenden Link
    "Vier Prinzen zu Schaumburg-Lippe ...." klicken !).


1945 machte die britische Besatzungsarmee das Bad zum Hauptquartier
der Royal Air Force
. In die beschlagnahmten großen Kurbauten und auch
in die im Park aufgestellten Holzbaracken von Focke-Wulf zogen militärische
britische Dienststellen ein. Photos aus der RAF-Zeit von 1945-1955(klicken!)
Der Fürstenhof wurde Offizierskasino. Die übrigen Hotels und Pensionen
wurden für die Soldaten und ihre Familien beschlagnamt. In Achum bei
Bückeburg wurde für den britischen Luftmarschall ein Flugplatz angelegt,
auf dem auch Düsenmaschinen starten und landen konnten(heute dient
er der Bundeswehr als Hubschrauber-Stützpunkt). Erst 1955 wurden
alle Gebäude wieder frei, weil die Engländer ihr Hauptquartier, aus Angst
vor dem Osten, nach Mönchen-Gladbach jenseits des Rheins verlegten.

1957 kauften die Landesversicherungsanstalten Berlin und Hannover
das Bad mit allen Badeeinrichtungen, den großen Hotels im Kurbezirk
und dem Kurpark dem Prinzen Wolrad zu Schaumburg-Lippe ab.

Erst 1959 konnte das Bad wieder eröffnet werden.

1961 entstand die "Kurklinik für innere und orthopädische Erkrankungen
der Landesversicherungsanstalt Hannover".

Die LVA Hannover war 1961 alleinige Eigentümerin des Bades geworden.

1971 bekam Bad Eilsen die Anerkennung als "Staatliches Heilbad".


                  Selbstverständlich gibt es auch einen Kursaal:

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         In diesem Gebäude befindet sich der schöne riesig hohe Kursaal 
  7.4.2003

Auf dem obigen Photo: Dies ist die Seite zu Musikpavillon und Kurpark,
nebenan das Badehotel. Der Eingang zum Kursaal befindet sich hier.



         
Die andere Seite des Kursaalgebäudes sieht so aus:

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Das Kursaalgebäude von der Straßenseite, links ein Teil des Kurkinos    13.5.07

Der Kursaal(Eingang auf der Rückseite=Parkseite)bildet eine bauliche Einheit
mit dem Kurkino:

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                                Das ehemalige Kurkino                                    13.5.07

Da durch die neoliberalistische Politik der herrschenden Politikerkaste
Sozialeinrichtungen immer mehr ausgehungert werden, kann sich die
LVA Hannover-Braunschweig, die Betreiberin des Kurbades, offenbar
kein Kino mehr leisten.

         

Ein architektonisch interessantes Gebäude innerhalb der Kureinrichtungen ist
die alte Wagenremise, die inzwischen sehr sachgerecht renoviert wurde:


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                                                  Historische Wagenremise(Garagen)                      13.5.07


Aus neuerer Zeit gibt es Bausünden in Bad Eilsen, z.B. die "Bückeberg Klinik",
die aussieht wie ein häßlicher großer Karnickelstall:


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                 Bausünde in Bad Eilsen:  die "Bückeberg-Klinik"         13.5.07



       Das ehemalige Hotel "Waldhof" und die Gräber
                      am Waldrand des Harrl


  So bot sich das schöne ehemalige Hotel "Der Waldhof" oben am Harrl,
  links von der Harrlallee, noch 1965 dar:

 
                
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          Vom Kaffeegarten aus hatte man damals einen ungehinderten
        sehr schönen Blick auf das Wesergebirge.

                

                       Heute steht das Gebäude leer und verlottert:

 
                            Der ehemalige "Waldhof" heute, Eingangsseite                27.9.09



                                     Der ehemalige "Waldhof" heute, Gartenseite               27.9.09

Die schöne Kaffeegartenterrasse gibt es nicht mehr, das Gebäude steht leer und
oben sind  die Fensteröffnungen teilweise mit Plastikfolien zugemacht.
Das Gebäude soll seit Jahren einer Sekte aus Hessen gehören.


Bis in die Zeit des 2. Weltkriegs befand sich in dem Gebäude, die bekannte
Augenklinik des Dr. von Tippelskirch
, die dieser um 1930 erbauen ließ.

v. Tippelskirch war in Bad Eilsen auf dem Gebiet der Augenheilkunde
der
Nachfolger
des Augenarztes Graf Wiser, der mit seiner Frau am Waldrande
des
Harrl (Südwestseite) begraben liegt:

 
            Der seinerzeit bekannte Augenarzt Graf Wiser und seine Frau 

                              Deren Gräber am Waldrand des Harrl:

        
          Grabstätte des Augenarzt-Ehepaars Graf Wiser am Waldrand  27.9.09

Dr. Wiser starb 1938 auf natürliche Weise. Seine Witwe, Eleonore Gräfin Wiser,
geborene Gräfin Kanitz, jedoch starb neun Jahre später eines gewaltsamen
Todes
. Sie wurde brutal erschlagen, als sie am Abend des 3. Januar 1947 vom Eilser
Bahnhof Kurhaus zu ihrer Wohnung in der Dr. Faber-Str. ging. Sie war an diesem
Tage mit der elektrischen Kleinbahn, im Volksmund "Eilser Minchen" genannt,
in Bückeburg gewesen, um dort u. a. Kaninchen zu verkaufen. In den schlechten
Nachkriegsjahren hatte sich die früher verwöhnte Adlige auf ihrem Grundstück
eine Kaninchenzucht angelegt. Sie wohnte zu dieser Zeit in einem Nebengebäude
(vormaliges Gartenhaus mit Gewächshaus) ihrer von den Engländern
beschlagnahmten Villa. Der Mörder fuhr mit ihr im Eisenbahnabteil zurück.
Er folgte ihr vom Bad Eilser Bahnhof Kurhaus(heute verschwunden, wie auch
die Bahn!) und schlug ihr unterwegs mit einem Kantholz den Schädel ein
wegen der von Frau Wiser nicht verkauften Kaninchen und 500 Reichsmark,
die sie bei sich trug. Für den Raubmord wurde der 33-jährige Mörder,
Kurt Hinzdorf, aus dem schaumburg-lippischen Südhorsten im November 1947
in Bückeburg zum Tode verurteilt. Er wurde jedoch nicht hingerichtet, sondern
die Strafe wurde in Lebenslänglich umgewandelt, weil das neue Grundgesetz
die Todesstrafe abgeschafft hatte. Der Bruder der Ermordeten
, Graf Kanitz,
hatte zuvor ein Begnadigungsgesuch eingereicht!



                    Der Harrl, Bad Eilsens Hausberg 

Das kleine Gebirge Harrl erstreckt sich auf ca. vier Kilometer Länge zwischen
Bad Eilsen und Bückeburg. Er ist 211 m hoch(beim Idaturm) und mit Mischwald
(überwiegend Laubwald) bestanden

Der Harrl bietet schöne Wanderwege. Man kann entweder auf gleichbleibendem
Niveau den "Südweg" nehmen oder auch über den Kammweg beim Idaturm nach
Bückeburg wandern
. Auch an der Nordseite, oberhalb des Dorfes Ahnsen, gibt es
einen Wanderweg nach Bückeburg, der ohne erhebliche Steigungen ist.

1847 wurde auf dem Kamm des Harrl  der "Idaturm" als Aussichtsturm errichtet,
der mit seiner Kneipe den Kurgästen als nahegelegenes Wanderziel dient:

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                           Der Idaturm auf dem Kamm des Harrl        13.4.2010

Eine Tafel an der Außenwand des Turms besagt: "IDATURM  - erbauet
in dem Theuerungs Jahre 1847 um Arbeitern Verdienst zu geben und zum
Zwecke der Landvermessung
".
Der Turm ist etwa 25 m hoch.

Die Restauration am Idaturm ist geöffnet von freitags bis sonntags
von 11
bis 18 Uhr. Der Turm kann dann auch bestiegen werden.

Vom Bad Eilser Kurpark geht man über die Harrlallee und immer geradeaus
auf einem schönen breiten Waldweg rund zwei Kilometer bis zum Idaturm!

Der Harrl hat an der Nordseite einige alte Steinbruchgruben. In einem wurde vor
Jahren einmal vergeblich nach dem berühmten Bernsteinzimmer aus
St. Petersburg gesucht. An der Ostseite gibt es alte Stollen, die von der Flugzeug-
firma Focke-Wulf im 2. Weltkrieg z. B. zur Aufbewahrung von Konstruktions-
zeichnungen benutzt wurden. An der Nordost-Ecke des Harrl, wo es in das Dorf
Ahnsen hinuntergeht wurde früher bis kurz nach dem Kriege in Stollen Kohle
abgebaut.

Ausblicke in die Landschaft sind auf den Wegen im Harrl allerdings durch den
hochgewachsenen Baumbestand rar geworden.

Einen marginalen Talblick vom östlichen Teil des Harrl-Kammwegs gibt es in
der Nähe des alten Steinernen Tischs:

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       Blick vom Harrl-Kammweg nach Heeßen u. zum Wesergebirge
                                                                                   27.9.09

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             Der alte steinerne Tisch am östlichen Harrl-Kammweg      27.9.09

 
Viele Kurgäste und Wanderer ritzten auf dem Tisch vor vielen Jahren mit Fleiß ihre Namen ein
                                                                                                                                27.9.09

         Die Verkehrsanbindung Bad Eilsens

Bad Eilsen bekam 1918 einen eigenen Bahnhof "Kurhaus" für die
Kleinbahnstrecke Bad Eilsen - Bückeburg der "Bad Eilsener
Kleinbahn", dem sogenannten
- bitte klicken:  "Eilser Minchen".

Diese Kleinbahnlinie endete in Bückeburg an der Staatsbahnlinie
Dortmund - Hannover - Berlin, sodaß eine günstige Verkehrsanbindung
bestand.

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 Bahnhof  "Bad Eilsen Kurhaus" mit dem "Eilser Minchen", Foto: H. Teuchert ( vor 1965 )
                               (Im Hintergrund sieht man den Nordosthang des Harrl)

Der abgebildete Bahnhof  "Bad Eilsen Kurhaus" brannte im November 1963 ab,
an seiner Stelle wurde ein  reichlich nüchterner neuer Bahnhof errichtet, der heute
zweckentfremdet dort noch steht. Der neue Bahnhof "Bad Eilsen Kurhaus" wurde
am 22. Januar 1966 eingeweiht, aber
am 21. Mai des gleichen Jahres 1966 wurde
die Bahnlinie eingestellt, was zu Gelächter in ganz Deutschland führte!

Die Strecke begann auf dem Bahnhofsvorplatz der Staatsbahn in Bückeburg.
Dann berührte sie die Bahnhöfe "Bückeburg Ost", Ahnsen, Wilhelmshöhe und
endete knapp einen km hinter dem Bahnhof "Bad Eilsen Kurhaus"(s. Bild oben)
beim Bahnhof "Bad Eilsen Nord", wo sie mit der Kleinbahnlinie der
"Rinteln-Stadthagener Eisenbahn" zusammentraf:


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                     Der Kleinbahnhof "Bad Eilsen Nord" heute                        13.5.07

Die Kleinbahnlinie der "Rinteln- Stadthagener Eisenbahn": Rinteln - Bad Eilsen -
Obernkirchen - Stadthagen
, mit dem Bahnhof  "Bad Eilsen Nord" gab es schon seit
1900. Diese Bahn ist heute nur noch Museumsbahn.

1939  kam der Anschluß an die Reichsautobahn.  Die BAB Anschlußstellen sind
"Bad Eilsen West" und aus Richtung Hannover auch "Bad Eilsen Ost".



                               Der Kurpark

Bad Eilsen hat einen sehr schönen Kurpark, mit vielen schönen Bäumen:

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                                            Im Kurpark                                                 12.5.07


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                                     Im schönen Kurpark                     10.9.06


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           Musikgarten im Kurpark, rechts das Georg Wilhelm-Haus 
             13.5.07   

Früher, d.h. bis in die 1990-er Jahre, fanden hier täglich Kurkonzerte statt, aber
in der reichen deutschen Gesellschaft mit ihrem unsozialen
Einsparwahn
durch die herrschende kulturvergessende Politiker-Kaste
, hat man diese
schöne kulturelle Entspannungs-Möglichkeit den leidenden Badegästen weggenommen.
So etwas gibt es für "Malocher" nicht mehr, aber für verwöhnte Reiche, z.B.
in Bad Pyrmont, gibt es das natürlich immer noch.
   


Quer durch den Park fließt die (Bückeburger) Aue, die leider hier kanalisiert ist:

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                              Die Aue durchfließt den Kurpark                              12.4.07


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                  Die Aue fließt 50 m unterirdisch durch Tuffstein                  12.4.07

Vom Kurpark aus  -  beginnend beim Säulenrondell mit einer der Schwefelquellen  - 
verläuft die schöne Harrlallee (Lindenbäume) bis zum Waldrand des Harrl:

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               Die Harrlallee (Blickrichtung zum Kurpark hinab)  4.3.07

                          Die Linden der Harrlallee wurden 1808 gepflanzt!


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          Das Säulenrondell mit dem Tuffsteinbrunnen(Schwefelquelle)      12.4.07

 Der Tuffsteinbrunnen sprudelt noch munter, aber ab Herbst 2009 wird er
 wahrscheinlich wegen Sanierung für einige Monate abgestellt!


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                                                       Der  Julianenbrunnen                                                                  13.5.07

   Im August 2009 hat man den Julianenbrunnen nach langem Stillstand
                   endlich wieder zum Sprudeln gebracht!


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                                                         Der Georgenbrunnen                                                                13.5.07

Seit vielen Jahren ist das hübsche Brunnenhäuschen leider verschlossen und
das schwefelhaltige Quellwasser wird in die daneben fließende Aue geleitet.


                     Ein Problemfall im Kurpark

Der Kurpark ging im Jahre 2006 von der LVA für den symbolischen Kaufpreis
von einem Euro an die Gemeinde Bad Eilsen über, was  -  wie im folgenden
geschildert  -  schon ungünstige Folgen für den Kurpark hatte:

Wahrscheinlich fiel er auf einen drittklassigen Gartenplaner herein und entbehrt
des ästhetischen Urteilsvermögens sowohl wie der kommunalpolitischen Sensibilität.
Wie auch immer. Jedenfalls ließ der Eilser Bürgermeister Horst Rinne (CDU)
in einer Art kommunalem Handstreichverfahren im Frühling 2007 neben der
Harrlallee im Kurpark mit Felsbrocken aus dem Messingberg ein sog. Alpinum
anlegen, einen unförmigen Erd- und Steinhaufenwulst, der an diese exponierte
Stelle nicht paßt und als Fremdkörper die Harmonie des Parks stört:

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               Neu: Ein unförmiger Steinhaufen im Bad Eilser Kurpark     9.11.2007
                    

               Durch seine Dimensionen und unmittelbare Nähe erschlägt
               der Steinhaufen optisch das zierliche historische Gebäude
               dahinter, das früher als Patientenannahme diente.             

               Kaum hat also die Gemeinde Bad Eilsen den Kurpark in
               ihrem Besitz, fängt der Bürgermeister an, im Park herum
               zu rumpumpeln als sei er auf seiner Spielwiese. Wahrschein-
               lich hätte er den Haufen am liebsten vor seinem Haus gehabt,
               aber da er dann nicht mehr die Haustür öffnen kann, hat er
               ihn in gutsherrenartiger Machtvollkommenheit einfach
               in "seinen" Kurpark werfen lassen.
So hat er sich dort nun
               sein Denk-
und Schandmal geschaffen. Zum 31.12.2008 nun
               will der Bürgermeister Horst Rinne sein Amt niederlegen.
               Sehr gut, dann kann er jeden Tag einen Spaziergang in den
               Bad Eilsener Kurpark unternehmen und sein Schandmal
               betrachten:


                             Der Haufen des früheren Bürgermeisters                        18.1.10   


              Friedrich Witte, Erfinder der Sparkasse

Bad Eilsen war und ist jedoch nicht ohne Menschen mit Weitblick und
Urteilsvermögen, ein solcher Mensch war im sozialökonomischen Bereich
der Eilsener Friedrich Witte.


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                      Das ältestes Privathaus in Bad Eilsen(von 1818)                   13.5.07

In diesem Haus wohnte der Schuhmacher Friedrich Witte(1792-1857), ein Bauernsohn
aus Eilsen, der 1817 hier die sog. "Eilser Sparlade" gründete und damit die erste Sparkasse
im hiesigen Raum schuf. Im ehemaligen Frisörlädchen im linken Teil des Hauses(s. Photo)
lief im Sommer/Herbst 2006 eine Ausstellung über Witte.


                                  
                                                                            A. / 11. - 13. 5.2007
                                                                                         ergänzt 23.9./12.12.08,
                                                                                         zuletzt 31.3.11, 22.4.2014

                                                                                         Copyright:
                                                                                         Frederik Eix, Diplom-Volkswirt
                                                                                         31737 Rinteln an der Weser


                                                        
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